Preis und Wert

23. November 2008, 18:49
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Harald Scheucher hat für die Zustimmung, Klagenfurt zum EURO-Standort und zur Bühne von Jörg Haider zu machen, offenbar einen guten Preis herausgeschlagen

Harald Scheucher hat für die Zustimmung, Klagenfurt zum EURO-Standort und zur Bühne von Jörg Haider zu machen, offenbar einen guten Preis herausgeschlagen. Die Stadt kostet der Bau praktisch nichts, die Baufirma Porr hat offenbar ein gutes Geschäft gemacht, das BZÖ hat ein Zuhause für einen Verein, den sie propagandistisch ausschlachten und als Inkarnation der "Kärntner Volksseele" verkaufen kann.

Wie es ausschaut, hat Bundeskanzler und Sportminister Wolfgang Schüssel 2003 Kärntens Flure gesegnet, und seine Saat ist reich aufgegangen. In der Nationalmannschaft des ÖFB ist von der Europhorie nichts mehr zu merken. In den Bilanzen der Stadionbauten und -Ausbauten müsste sich wenigstens der Ertrag für die Bauindustrie nachweisen lassen. Vielleicht erbarmt sich dereinst der Rechnungshof des Steuerzahlers und zählt zusammen, wie viel die Steuerzahler für die Stadien ausgegeben haben.

Niemand bezweifelt, dass neue Stadien in Österreich dringend notwendig waren. Aber man wird ja wohl den Preis wissen dürfen. Es kann nicht sein, wie Klagenfurts Vizebürgermeisterin Marie-Luise Mathiaschitz kritisiert, dass "niemand weiß, was mit der Porr ausgemacht ist". Längst sollte mit dem (Teil)-Rückbau von Klagenfurts Stadion begonnen werden, so Mathiaschitz, mit jedem Monat steigen die Kosten.

Sollte Scheucher mit Klagenfurt nicht mehr ausgelastet sein, wäre eine Weiterverwendung als Finanzminister denkbar. Wenn jemand weiß, wie man zu etwas kommt, dann wohl er. (Johann Skocek, DER STANDARD, Printausgabe, Montag, 24. November 2008)

 

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