21.00 bis 22.25 | arte
In den letzten 50 Jahren hat sich die durchschnittliche Spermienzahl von Männern um etwa die Hälfte verringert; Hodenkrebs und angeborene Fehlbildungen im Genitalbereich bei Jungen sind auf dem Vormarsch. Der dänische Reproduktionsmediziner Niels Skakkebaek warnt in einem etwas schiefen Vergleich gar, typisch männliche Gesundheitsprobleme könnten in Zukunft zu einem ebenso gravierenden Problem für die Menschheit werden wie der Klimawandel.
Auch in der Tierwelt sind beunruhigende Entwicklungen feststellbar, von der "Verweiblichung" männlicher Fische und Frösche über ungewöhnliche Verhaltensweisen bis zu Anomalien des Fortpflanzungsapparates bei Alligatoren und Vögeln. Forscher vermuten eine gemeinsame Ursache hinter diesen Erscheinungen bei Mensch und Tier. Bei den betroffenen Tieren wurde ein erhöhter Spiegel bestimmter Hormone festgestellt, als seien ihre Hormondrüsen aus den Fugen geraten. Wissenschaftler machen Chemikalien wie PCB, DDT und andere Pestizide, Bisphenol A und Phthalate für diese Störungen verantwortlich. Auch beim Menschen ist der Einfluss dieser Stoffe gefährlich, besonders in der Schwangerschaft. Sie schädigen nicht nur den männlichen Fortpflanzungsapparat, sondern könnten auch für Krankheiten wie Krebs, Störungen des Immunsystems, Schilddrüsenfehlfunktionen und Diabetes verantwortlich sein - die Liste der möglichen Gesundheitsrisiken wird immer länger.
Das Vorhandensein von schädigenden Chemikalien in den Gegenständen, die wir täglich benutzen, ist Thema der 52-minütigen französischen Dokumentation von Sylvie Gilman und Thierry de Lestrade. Im Anschluss daran folgt eine halbstündige Gesprächsrunde zum Thema "Männer vom Aussterben bedroht": Es diskutieren die französische Umwelt-Staatssekretärin Nathalie Kosciusko-Morizet, der Ökotoxikologe Andreas Kortenkamp von der Universität London und François Veillerette, Präsident der Organisation "Mouvement pour le Droit et le Respect des Générations Futures". (red)