Ahmadi-Nejads Gegner formieren sich

23. November 2008, 17:52
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Wirtschaftspolitik des iranischen Präsidenten unter Beschuss - 30 Prozent Inflation

Die Gegner von Mahmud Ahmadi-Nejad kommen fast sieben Monaten vor der Präsidentenwahl wieder aus der Deckung und greifen den Präsidenten und vor allem seine Wirtschafts- und Sozialpolitik frontal an. Expräsident Ali Akbar Hashemi Rafsanjani, der dem einflussreichen Gelehrtenrat vorsteht, beschuldigt Ahmadi-Nejad, ein ganzes Volk zu Bittstellern zu machen, indem er soziale Leistungen vom Familieneinkommen abhängig macht.

Aber auch die ehemaligen Wegbereiter Ahmadi-Nejads distanzieren sich von seinem Kurs und formieren sich in neuen Fraktionen im Parlament. Die knappe Wahl des neuen Innenministers Sadegh Mahsuli, der trotz der absoluten Parlamentsmehrheit der Konservativen nur 138 von 275 abgegebenen Stimmen bekam, zeigt deutlich die Zerstrittenheit des Lagers.
Der ganze Iran starrt gebannt auf die Kandidatensuche sowohl bei Liberalen als auch Konservativen. Expräsident Mohammad Khatami hat sich noch immer nicht entschieden, aber Gerüchte wollen jetzt definitiv wissen, dass er wieder antreten wird. Bei den Konservativen wird der Name von Exaußenminister Ali Akbar Velayati wieder genannt.

Ahmadi-Nejad selbst zeigt sich selbst von der allermassivsten Kritik unbeeindruckt und verteidigt weiterhin seinen Wirtschaftskurs. Die Inflationsrate hat laut Zentralbank in diesem Monat mit 30 Prozent einen neuen Rekord erreicht hat. In Teheran sagte Präsident Ahmadi-Nejad am Wochenende, genau so wie der Iran die internationale Finanzkrise nicht spüre, so werde er auch einen Ölpreis von fünf Euro pro Barrel unbeschadet überstehen. (Amir Loghmany aus Teheran, DER STANDARD, Printausgabe, 24.11.2008)

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