Lahmer Jaguar maunzt um Staatshilfe

23. November 2008, 17:06
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Die indische Tata-Gruppe richtete offenbar ein Hilfegesuch an die Londoner Regierung

London - Die Übernahme von Jaguar und Land Rover (JLR) durch die indische Tata-Gruppe wurde vor neun Monaten noch als Antwort des Subkontinents auf die einstige britische Kolonialherrschaft gefeiert. Nun wenden sich die Inder aber offenbar mit einem Hilfsgesuch an die Londoner Regierung: David Smith, Chef von JLR, habe in geheimen Gesprächen mit Regierungsvertretern staatliche Unterstützung von etwa einer Milliarde Pfund (1,186 Mrd. Euro) gefordert, berichtet die Sunday Times unter Berufung auf Regierungskreise. Premierminister Gordon Brown prüfe die Anfrage; eine Entscheidung könnte in den kommenden zwei Wochen fallen.

Im derzeit schlechten wirtschaftlichen Umfeld sank auch bei dem Traditionsautobauer, den Tata um 2,3 Mrd. Dollar von Ford erworben hatte, der Absatz. Analysten zufolge ist der Markt für Fahrzeuge von JLR um 25 Prozent eingebrochen. Die britische Edelschmiede habe infolge der Krise Liquiditätsprobleme bekommen und könne Kredite nur schwer zurückzahlen. Ratan Tata, Chef des indischen Mischkonzerns, habe weitere Firmenkäufe deshalb vorerst gestoppt.

Tata - der auch mit seinem Billigauto Nano Schlagzeilen macht - sei hinsichtlich der Zukunft von Jaguar und Land Rover zuversichtlich, benötige aber Regierungshilfe, um die kommenden zwei Jahre zu überstehen. Würde das Ansinnen abgelehnt, stünden zahlreiche Jobs in Großbritannien auf dem Spiel, schreibt die Sunday Times. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 24.11.2008)

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