24. November 2008, 10:28
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Schmecks-Zwischengericht bei Neunkirchner & Co

Harald Fidler erkundet, wie Neunkirchner & Co. mit der Welle von Kritikerhymnen zurecht kommt

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Kollege Corti hatte mich gewarnt: Nach dem hymnischen Dreier (Corti, Holzer, Nowak) der Lokalkritik am Wochenende davor in STANDARD, "Presse" und "Kurier" kommt die Mannschaft des Freynstein in Wien-Gersthof noch nicht ganz zurande mit dem Wirtshausbetrieb.

Das Feine zuerst: Das empfohlene Kostmenü mit vielen Proben von Meinrad Neunkirchners Können um 28 Euro ist wirklich sehr super. Die gebratene Blunzenscheibe auf Kraut zum Beispiel, die gebackene Sellerie, die gebratene Sardine, das Stück vom Branzino auf einer Paradeissaucen/Kohlrabi-Kombi, zu der mir neben Freudenschreien noch präzise einfällt, ohne dass ich Dilettant das begründen mag. Fast wichtiger als der Fisch drauf. Definitiv wesentlicher als das trocken-mehlige Stück vom Karpfen sind die Rahmgurken drunter. Das geschmorte Rind als einer von zwei Hauptgängen dunkel, dick, gut.

Definitiv hinreißend aber das Schweinshaxenragout, fast asiatisch süß, Cortis mollig beschreibt das perfekt. Der war wie Holzer und ich begeistert vom Ragout, Nowak war's zu reduktionssüß, was ich trotz oft beschriebener Abneigung gegen Nachspeisen entschieden zurückweisen muss. Die vier Nachspeisen hab' ich mir dann nur noch angesehen, nach dem glückseligen Blick meiner Begleitung zu schließen, waren die aber auch ziemlich super.

Sonderwünsche abseits des Kostmenüs sind in der Aufwärmphase des Lokals offenbar nicht opportun: Wir erbaten statt Pastinakensuppe die klare vom Rind mit Milzschnittchen und mit Frittaten. Dieser Sonderweg kostet Zeit. Viel Zeit. Ziemlich viel Zeit. Umso beschwingter geht man dann halt die - wirklich ausgezeichnete - Suppe an. Den trockenen Karpfen vergisst man über dem Schweinshaxerl rasch. Und: Eine funktionierende Kaffeemaschine ist auch bestellt.

 

 

Schmecks ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.

  • FreyensteinThimiggasse 111180 Wien0699 190 30 602
Zwei umfangreiche Menüs, Wein, Wasser: 96,80 Euro.
 
    foto: web

    Freyenstein
    Thimiggasse 11
    1180 Wien
    0699 190 30 602

    Zwei umfangreiche Menüs, Wein, Wasser: 96,80 Euro.

     

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