Piraten gaben griechischen Frachter gegen Lösegeld frei

23. November 2008, 14:25
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Schiffseigner verteidigen Entscheidung: "Unsere erste Sorge galt der Sicherheit des Schiffes und der Besatzung"

Athen - Somalische Piraten haben gegen Lösegeld einen griechischen Frachter freigegeben, den sie bereits Ende September in ihre Gewalt gebracht hatten. Die in Piräus ansässige Reederei Mare Shipmanagement machte am Samstag keine Angaben über die Höhe des Lösegelds. Ihr Sprecher Ctesiphon Koukoulas verteidigte die Zahlung: "Unsere erste Sorge galt der Sicherheit des Schiffes und seiner Besatzung." Auch die 19 Seeleute - aus Geogien, Sri Lanka und Syrien - seien freigelassen worden.

Somalische Piraten haben nach kenianischen Regierungsangaben in den vergangenen zwölf Monaten Lösegeldzahlungen von mehr als 150 Millionen Dollar (knapp 120 Millionen Euro) erhalten. Der kenianische Außenminister Moses Wetangula rief die Eigentümer gekaperter Schiffe am Freitag dazu auf, künftig kein Geld mehr zu zahlen, da dies die Piraten ermutige. Das saudi-arabische Außenministerium hatte am Freitag erklärt, es werde nicht mit den Piraten verhandeln. Was die Eigner der Schiffe machten, müssten sie selbst entscheiden.

Allein in den vergangenen zwei Wochen wurden im Seegebiet vor Somalia acht Schiffe mit mehreren hundert Besatzungsmitgliedern entführt. Darunter war auch ein saudischer Supertanker mit Rohöl im Wert von 100 Millionen Dollar an Bord.

Angesichts der gefährlichen Lage trotz der wachsenden internationalen Flottenpräsenz erwägen immer mehr Reedereien, die Wasserstraße vor der somalischen Küste zu meiden. Stattdessen soll auf dem Weg von Asien nach Europa das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung umfahren werden. (APA/AP)

 

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