Leichtathletik: Liu Xiang muss WM wohl abhaken

23. November 2008, 14:17
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Chinas Star-Hürdler hat immer noch Probleme mit seiner verletzten Archillessehne

Monte Carlo - Nach seinem tragischen Aus bei den Olympischen Spielen in Peking muss Chinas Hürdensprint-Star Liu Xiang wohl auch die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im August 2009 in Berlin abschreiben. Mitte Dezember wird sich der 25-jährige Olympiasieger von 2004 in Houston einer Operation an der rechten Achillessehne unterziehen, der eine fünf bis sechs Monate lange Rehabilitation in den USA folgt.

"Ob ich bis zur WM wieder laufen kann, weiß ich nicht", sagte Liu Xiang bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit den Spielen am Samstag in Monaco. "Mich sorgt mehr die Heilung meines Fußes, als meine Rückkehr in der nächsten Saison."

Sein Trainer Sun Haiping hat die WM dagegen noch nicht aus seinem Terminkalender gestrichen. "Liu trainiert jeden Tag, er ist in guter Form", berichtete er. Der operative Eingriff im Hermann-Hospital, bei dem Verkalkungen an drei Stellen der Achillessehne entfernt werden sollen, sei einfach.

"Das Problem ist der Heilungsprozess", meinte Haiping. Die Chancen, dass der Ex-Weltrekordler seine Karriere fortsetzen kann, stehen aber gut. "Die Genesungsaussichten liegen bei 99 Prozent", sagte der 1,89 m große Modellathlet aus Shanghai.

Die Tragödie von Peking, wo der Held der Massen im Vorlauf aus dem "Vogelnest" humpeln musste, hat  Liu Xiang gut verkraftet. "Die Menschen haben vielleicht mehr von mir erwartet, als ich tun kann", meinte er. "Ich sollte im Reinen sein mit dem, was geschehen ist. Es ist normal und fair, dass man Siege und Niederlagen erlebt."

Dass neben der Verletzung auch der gigantische Erfolgsdruck zu seinem Scheitern beigetragen hat, das weist er von sich. "Jeder chinesische Athlet hatte in Peking einen großen Druck", so der Student der Wirtschaftswissenschaften. "Ich habe den Druck schon vor vier Jahren gespürt." (APA/dpa)

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