Gludovatz ließ Dampf ab

23. November 2008, 14:25
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Verärgerter Ried-Coach ortete nach 1:3 bei der Austria Unterbutterung: "Den Kleinen wird auf den Kopf geschissen"

Wien  - Eiskalten Temperaturen zum Trotz lief Paul Gludovatz im winterlichen Wiener Horr-Stadion ein bisschen heiß. "Wir haben heute sehr stark den Bonus des großen Fußball-Klubs Austria Wien gespürt", meinte der Rieder Coach nach den 1:3 gegen die Violetten. Seine durch Nacho (3.) früh in Führung gegangenen Gäste kamen allerdings auch nicht ungeschoren davon. "Ab der 55. Minute haben wir abgeschalten, vorher war es ein Heimspiel für uns", moserte Gludovatz.Und schloss: "Den Kleinen wird auf den Kopf geschissen". Gründe zum Ärger bei den Innviertlern lieferte natürlich Schiedsrichter Manfred Krassnitzer.

Bei strittigen Situationen, wie vor dem 1:1 durch den Elfmeter von Acimovic (13.) sowie dem 2:1 durch Okotie (63.) entschied der Kärntner Referee zugunsten der Wiener. Ein hartes Einsteigen von Standfest im Strafraum gegen Nacho blieb kurz nach Seitenwechsel ungeahndet. "Es gibt immer wieder viele kleine Entscheidungen, die den Großen helfen", erklärte Gludovatz. Krassnitzer sah sich hingegen auch nach dem Videostudium nach Schlusspfiff nicht im Irrtum.

Seelisches

Im violetten Lager bejubelten die wetterbedingt auf die West-Tribüne zurückgekehrten Fans, die sich auch als Schneeschaufler beteiligt hatten, den 19. Erfolg im 24. Heimspiel gegen die Oberösterreicher. Für Trainer Karl Daxbacher war trotzdem nicht alles eitel Wonne. "Das schnelle Gegentor hat mich geärgert", sagte der Niederösterreicher. Erst nach der Pause gab die stärkere individuelle Klasse den Ausschlag zugunsten der weiter viertplatzierten Austria. Bei seinem Stürmer Okotie ortete Daxbacher noch Verbesserungsbedarf. "Er war gut, aber ich habe auch heute wieder Fehler gesehen." Gludovatz beliebte zu reagieren: "Wenn du in diese schwarze Seele hineinblicken kannst, hast du einen Top-Spieler wie es mir bei der U20-WM gelungen ist." Daxbacher ersparte sich dazu einen Kommentar.

Wortkarg zeigte sich Franz Lederer nach dem 1:4 des SV Mattersburg in Altach. "Über meine persönliche Zukunft muss Obmann Martin Pucher entscheiden", sagte der längstdienende Bundesliga-Coach nach einer in der ersten Hälfte neuerlich inferioren Leistung der Burgenländer. Die Mattersburger haben seit zwölf Runden nicht mehr gewonnen und liegen als Vorletzte nur noch aufgrund des besseren Torverhältnisses vor den Altachern.

Bei einem Erfolg mit sechs Toren Differenz hätten die Altacher die Rote Laterne abgegeben. Ein derartiger Kantersieg wäre durchaus möglich gewesen, schließlich führten die Vorarlberger bereits nach 58 Minuten mit 4:0 und vergaben durch Kai Schoppitsch auch noch einen Elfer. "Wenn wir wegen einem Tor nicht in der Liga bleiben, erwürge ich ihn", sagte Trainer Urs Schönenberger. Er schmunzelte dabei übrigens.

Klaus Lindenberger sparte sich nach der 0:2-Heimniederlage des LASK gegen Austria Kärnten jeden Scherz. Die Linzer kassierten die achte Niederlage in Folge und haben seit sieben Partien kein Tor erzielt. "Wer nicht mit Herz und vor allem mit Willen dabei ist, der ist fehl am Platz", schimpfte der Ex-Internationale. Durch die Siege von Kapfenberg und Altach beträgt der Vorsprung der im Moment stark ersatzgeschwächten Oberösterreicher auf den Abstiegsplatz nur noch acht Punkte. (APA/red)

 

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