Putschversuch niedergeschlagen

23. November 2008, 12:15
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Meuternde Militärs hatten im November die Residenz Präsident João Bernardo Vieiras unter Beschuss genommen

Lissabon - Eine Woche nach der Parlamentswahl in Guinea-Bissau ist ein Putschversuch in dem westafrikanischen Kleinstaat gescheitert. Regierungstreue Truppen schlugen am Sonntag eine Revolte von Soldaten gegen Staatspräsident João Bernardo Vieira nieder. Die meuternden Militärs hatten in der portugiesischen Ex-Kolonie die Residenz des Staatschefs unter Beschuss genommen.

Dabei wurde nach Angaben der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa mindestens ein Angehöriger der Präsidentengarde getötet. In anderen Berichten war von zwei Toten die Rede. Regierungstreue Soldaten nahmen mehrere Aufständische fest. Innenminister Cipriano Cassamá teilte mit, die Meuterei sei ein Putschversuch gegen den Präsidenten gewesen.

Der Staatschef hatte seinen Amtskollegen Abdoulaye Wade im benachbarten Senegal telefonisch davon unterrichtet, dass seine Residenz beschossen wurde. Wade ordnete daraufhin nach Angaben des französischen Auslandssenders RFI eine Verstärkung der senegalischen Truppen im Grenzgebiet an. Außerdem bot er Vieira an, ihn außer Landes in Sicherheit bringen zu lassen. Der Präsident von Guinea-Bissau lehnte die Offerte jedoch ab.

In Guinea-Bissau waren Unruhen befürchtet worden, nachdem die frühere Einheitspartei PAIGC bei der Parlamentswahl vor einer Woche eine Zwei-Drittel-Mehrheit gewonnen hatte. (APA/dpa)

 

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    Präsident João Bernardo 'Nino' Vieira (Bild Mitte) verlässt nach dem Angriff seinen Amtssitz

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