Magna-Chef Wolf rechnet bis einschließlich 2010 mit Autoflaute

22. November 2008, 16:52
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Bisherige Maßnahmen bei Zulieferern werden kaum ausreichen - Autoindustrie wird 2009 bis zu 25 Prozent weniger verkaufen - Mehrwertsteuersenkung gefordert

Wien - Siegfried Wolf, österreichischer Co-"CEO" des kanadischen Autozulieferers Magna International, rechnet für das nächste Jahr mit einem Rückgang des Automarkts um 15 bis 25 Prozent und einem Anhalten der Flaute bis Ende 2010. Die Schwierigkeiten der Autohersteller würden auf die Zulieferbetriebe durchschlagen, mit der bisher vereinbarten Kurzarbeit und den Kündigungen werde man kaum das Auslagen finden, legte Wolf nahe, der auch Aufsichtsratschef von Magna Steyr ist. "Wir müssen gemeinsam, mit den Autoherstellern überlegen, wie wir die Zeit, in der es 15 bis 25 Prozent weniger Produktion gibt, überbrücken können", so Wolf im ORF-"Im Journal zu Gast" am Samstag.

Unterstützung für Sorger-Vorschlag

Unter Berufung auf Branchenanalysen sieht Wolf eine Auto-Flaute bis Ende 2010. Der Magna-Manager stellte sich hinter den Vorschlag von IV-Chef Veit Sorger, der glaubt, mit einem Überbrückungsmodell, an dem sich Staat, Unternehmen und Beschäftigte (Lohnverzicht) beteiligen, Kündigungen vermeiden zu können: "Jeder muss sich überlegen, will ich in dem Betrieb weiterarbeiten, der ein temporäres Problem hat: ja oder nein?", fragte Wolf. Er sprach sich darüber hinaus für umfangreiche staatliche Hilfen zur Ankurbelung der Konjunktur aus - beispielsweise über die Senkung der Mehrwertsteuer: "Die Konsumenten spüren dies 1:1 in ihren Geldbörsen." Auch Anreizprogramme für Bauwirtschaft und Arbeitsmarkt könnten helfen.

Ein "wirklich ernstes Problem" würde es für den Magna-Konzern darstellen sollte einer der drei großen US-Autobauer in Konkurs gehen. Magna liefert etwa die Hälfte seines Outputs an die "Big Three" (hauptsächlich in Nordamerika).

In Sachen Post betonte der Manager, der kurz davor Unterstützungsmaßnahmen für die Industrie gefordert hatte, dass "auch in der Finanzkrise der Markt alles regelt". Die Politik müsse den freien Post-Markt in der EU ab 2011 so regeln, dass alle Wettbewerber faire Ausgangsbedingungen hätten. Die Entscheidung, die AUA an die Lufthansa zu geben, sei die "einzige und richtige Entscheidung" gewesen, sagte der Vorsitzende des Privatisierungsausschusses der ÖIAG. Kritik ließ er an der Führung der Staatsholding anklingen, die einige Probleme "früher angehen hätten können". (APA)

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