Abbas: "Aktionen Israels zeigten keinen Friedenswillen"

22. November 2008, 14:26
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Siedlungsbau und Militäreinsätze gefährden Friedensprozess

Nablus - Der Bau jüdischer Siedlungen und die Einsätze des israelischen Militärs in den Palästinensergebieten gefährden nach Ansicht von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas die Zukunft des Friedensprozesses. Die Aktionen Israels zeigten keinen Friedenswillen, sagte Abbas am Samstag bei einer palästinensischen Investorenkonferenz in der Stadt Nablus im Westjordanland.

"Israel erkennt die Rechte der Palästinenser nicht an, stoppt weder den Siedlungsbau noch die Militäraktionen in unseren Städten und gefährdet dadurch ernsthaft den Friedensprozess sowie all unsere Bemühungen in sämtlichen Bereichen", sagte Abbas vor rund 1000 palästinensischen und arabischen Geschäftsleuten. Darunter waren zahlreiche Gäste aus arabischen Ländern. Diese sollen untereinander Kontakte knüpfen und gemeinsam Projekte zur Ankurbelung der palästinensischen Wirtschaft entwickeln.

Israel solle Friedensplan von 2002 akzeptieren

Abbas forderte Israel erneut auf, den arabischen Friedensplan von 2002 zu akzeptieren. So könne das Land eine Normalisierung der Beziehungen nicht nur mit den Palästinensern sondern gleich mit 57 arabischen und islamischen Staaten erreichen.

Der arabische Friedensplan verlangt von Israel unter anderem einen Rückzug von den beim Sechs-Tage-Kriege im Juni 1967 besetzten Gebieten. In einem bisher einmaligen Schritt hatte die Palästinenserbehörde diese Woche mit ganzseitigen Anzeigen in großen israelischen Tageszeitungen für die Friedensinitiative geworben.

Die andauernde israelische Besatzung verhindere eine reale und nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft in den Palästinensergebieten, sagte Abbas. Unter einer Besatzung könne es aber "keine echte und nachhaltige Entwicklung geben. Die "Eskalation der israelischen Maßnahmen behindert unsere Entwicklungsbemühungen", sagte er.

Bei einer ersten Investorenkonferenz im vergangenen Mai in Bethlehem waren bereits Zusagen in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) für Wirtschaftsprojekte im Westjordanland gemacht worden. (APA/dpa)

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