Drei deutsche Geheimdienstler nach Attentat festgenommen

22. November 2008, 13:19
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Laut Nachrichtenmagazin "Spiegel" - Sollen an Sprengstoffanschlag auf EU-Hauptquartier in Pristina beteiligt gewesen sein

Berlin - Drei im Kosovo festgenomme Deutsche sind nach "Spiegel"-Informationen Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND). Das Trio war am Mittwoch von einer Anti-Terror-Einheit festgenommen worden und wird verdächtigt, sich am Freitag zuvor an einem Sprengstoffanschlag auf das EU-Hauptquartier in Pristina beteiligt zu haben. Wie der "Spiegel" berichtete, beteuern die Agenten dagegen, sie hätten lediglich den Tatort inspiziert.

Dem Vorabbericht vom Samstag zufolge wurde einer der Deutschen beobachtet, wie er in ein leeres Nachbargebäude einstieg, von dem aus offenbar am 14. November der Sprengsatz geworfen wurde. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand, es blieb bei geringem Sachschaden. Er und seine beiden Begleiter waren daraufhin am Mittwoch festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt worden.

Der Arrest hat laut "Spiegel" zu diplomatischen Verwicklungen zwischen dem Auswärtigen Amt in Berlin und der Regierung in Pristina geführt. Grund ist die offenbar nicht offiziell angemeldete Tätigkeit der deutschen Agenten im Kosovo. Am Freitag erklärten die Ermittler in Pristina, bei den Deutschen handle es sich ihrer Bewertung nach "weder um Diplomaten, Polizisten, Soldaten oder Experten mit einem internationalen Ausweis". Damit droht den Agenten laut "Spiegel" ein Verfahren wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit.

Außenamt übernahm konsularische Betreuung

Das Auswärtige Amt hatte am Freitag berichtete, es habe die konsularische Betreuung der Beschuldigten übernommen. Details zur Identität, dem Alter oder den Tatvorwürfen berichtete er nicht. Die Frage, ob es sich um BND-Mitarbeiter handle, wollte Regierungssprecher Thomas Steg nicht beantworten.

Der Kosovo hatte sich im Februar dieses Jahres einseitig von Serbien losgelöst. Bisher haben 52 der insgesamt 192 UNO-Staaten, darunter die USA und 22 EU-Mitgliedstaaten, die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt. Belgrad hat die Loslösung nicht akzeptiert und kämpft weiter für den Verbleib des Kosovo im Rahmen Serbiens. (APA/AP)

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