UNRWA: Palästinenser im abgeriegelten Gaza-Streifen vor Katastrophe

21. November 2008, 20:43
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AbuZayd: "Am Rande des Abgrunds"

Amman - Die palästinensische Bevölkerung in dem von Israel abgeriegelten Gaza-Streifen steht nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen vor einer Katastrophe. Die Zustände in dem Küstengebiet seien nach der mehr als zweiwöchigen Blockade von Hilfsgütern und Brennstoffen so schlimm wie schon seit acht Jahren nicht mehr, sagte die Generalkommissarin des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), Karen Koning AbuZayd, am Freitag in der jordanischen Hauptstadt Amman.

Bis zum Ende des Monats werde den Mühlen das Mehl ausgehen, die Lagerhäuser seien jetzt schon so leer, dass die Mitarbeiter dort nur fegten. "Sie bringen uns immer wieder an den Rand des Abgrundes", sagte AbuZayd über die Israelis. "Aber bisher haben sie es nie so weit kommen lassen, dass wir uns darüber sorgen, ob wir morgen noch Lebensmittel haben oder nicht", fügte sie hinzu. Israel hat die Grenzen zum Gaza-Streifen am 4. November geschlossen, nachdem palästinensische Extremisten Raketen auf Südisrael abgeschossen hatten. Bei israelischen Militäraktionen im Gaza-Streifen wurden seither 17 Palästinenser getötet.

Israels Weigerung, dem Aufruf von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon Folge zu leisten und die Grenze für dringend benötigte humanitäre Lieferungen zur Versorgung der palästinensischen Bevölkerung zu öffnen, hat internationale Kritik hervorgerufen. Die Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen, Navanethem Pillay, hat Israel Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht vorgeworfen. Eineinhalb Millionen Palästinensern, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche, würden dadurch grundlegendste Rechte vorenthalten. Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas sprach von einem Kriegsverbrechen. (APA/Reuters)

 

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