Bwin will bei Glücksspielnovelle mitreden

21. November 2008, 19:39
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Online-Anbieter will 2009 eigene Prepaid-Karte auf den Markt bringen

Wien - Der Online-Wetten- und Glücksspielanbieter Bwin zeigt sich unbeeindruckt von der geplanten Novellierung des Glücksspielgesetzes, die unter anderem auch ein Verbot für Online-Glücksspiel vorsieht. "Wir sind kein illegaler Anbieter, sondern in Europa konzessioniert" , erklärte Bwin-Vorstand Norbert Teufelberger.

Ein Verbot wäre verfassungs- und europarechtswidrig - falls es komme, würde Bwin es "sicherlich bekämpfen und auf jeden Fall weitermachen" . Bwin habe bereits einen alternativen Gesetzesvorschlag erarbeiten lassen und dem Finanzministerium übersandt. Man hoffe auch, dass man in weitere Überlegungen eingebunden werde, wie dies unter anderem auch in Frankreich geschehe, wo der Glücksspielmarkt derzeit liberalisiert werde.

Auch in den USA (wo sich Bwin wegen des Verbots von Online-Glücksspiel vor zwei Jahren zurückziehen musste) erwartet Teufelberger "spätestens in zwei bis drei Jahren" wieder eine Liberalisierung. "Barack Obama war ein extrem guter und aktiver Online-Poker-Spieler" , so Teufelberger.

Für 2009 plant Bwin Kosteneinsparungen von 40 Millionen Euro und Brutto-Gaming-Erträge (Wetteinsatz abzüglich Wettgewinn) von 430 bis 445 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) soll 100 Millionen Euro ausmachen. 2008 rechnet Bwin mit Brutto-Gaming-Erträgen von 415 Mio. Euro und 65 Mio. Euro Ebitda.

Vielleicht komme man 2009 auch in die Lage, eine Dividende auszuschütten, meinte Teufelberger. Für März 2009 plant Bwin den Launch einer eigenen Prepaid-Karte, mit der man spielen und bei Partnern einkaufen könne. (kol, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22./23.11.2008)

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