UniCredit sieht 2009 Börsenanstieg

21. November 2008, 19:32
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Analysten erwarten am Wiener Aktienmarkt Erholung auf 2400 Punkte

Wien - Die UniCredit erwartet in Europa zwar eine Rezession bis Mitte 2009, rechnet aber bis Ende nächsten Jahres mit einer Stabilisierung der Konjunktur und einem Aufschwung an den Börsen.
Angesichts des Wachstumseinbruchs werde die europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins bis Mitte 2009 auf bis zu zwei Prozent senken, sagte Michael Rottmann, Chef der Zins- und Währungsanalyse der UniCredit. Den drei-Monats-Euribor erwartet er Ende 2009 bei 2,4 Prozent. Der Dollar werde sich weiter erholen und sich im Lauf des nächsten Jahres bei 1,20 Euro einpendeln, so die Prognose.

An den Aktienmärkten rechnet Gerhard Schwarz, Leiter der globalen Aktienstrategie der UniCredit mit einer "komplexen Bodenbildungsphase" , in der weitere Verluste durchaus noch möglich seien. Denn einerseits schrumpfe die Wirtschaftsleistung und andererseits seien die Gewinnerwartungen noch unrealistisch hoch. Es rechnet daher noch mit einer Gewinnrevisionswelle. Zudem würden die Kreditausfälle stark ansteigen, von derzeit einemProzent auf zehn Prozent. Ein massives Unterschreiten der aktuellen Kursniveaus würde es aber nur im Fall einer globalen Depression geben, meinte Schwarz.

Den Wiener Börsen-Leitindex ATX, der seit Jahresbeginn 65 Prozent auf rund 1572 Punkte verloren hat, erwartet Peter Bauernfried, UniCredit- Analyst für österreichische Aktien, Mitte 2009 bei 2000 Punkten und Ende 2009 bereits bei 2400 Zählern. Finanzwerte, die als erste verloren und den ATX nach unten gedrückt haben, könnten auch als erste wieder von einer anziehenden Wirtschaft profitieren, meinte Bauernfried.

Das Gewinnwachstum der ATX-Werte werde 2008 noch 14,3 Prozent ausmachen, 2009 rechnet der UniCredit-Analyst aber mit einem einen Gewinnrückgang um 0,7 Prozent. (kol, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22./23.11.2008)

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