Kommunalkredit verlegt sich aufs Kerngeschäft

21. November 2008, 19:03
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Neo-Vorstandschef Steinbichler: "Liquidität sehr gut im Griff"

Wien - Der neue Vorstandschef der Kommunalkredit, Alois Steinbichler, hat am Freitag die Zukunft der auf Finanzierung der öffentlichen Hand spezialisierten Bank beleuchtet. Ein wenig, denn die Lage der Finanzmärkte macht Prognosen schwierig, und der Verkauf der an Liquiditätsaustrocknung fast verdursteten Bank an die Republik ist noch nicht abgeschlossen.
Die Liquidität habe man nun wieder "sehr gut im Griff", sagte Steinbichler, laut dem das Kerngeschäft "derzeit gut funktioniert und das auch künftig gut tun wird" . Das Finanzierungsvolumen betrage 10,5 Mrd. Euro, man werde auch den Zweig Public Consulting (Projektabwicklung rund um öffentliche Fördergelder) stärken.

Das Wertpapier- bzw. CDS-Portfolio (das man abbauen werde) liege bei zehn bzw. neun Mrd. Euro; je die Hälfte in Wien und bei der Tochterbank in Zypern gebucht. Dort war ja das Feuer durch Einschusspflichten ausgebrochen, "die Bank musste eine Milliarde Euro Bargeld hinterlegen", erklärte Steinbichler. Den Verlust in der Slowakei bezifferte er mit 82 Mio. Euro (die Hälfte trifft die Kommunalkredit), in Island hänge man mit 200 Mio. Euro, die man "zu nicht unter 90 Prozent wertberichtigen" werde.

Bei der Refinanzierung werde sich die Bank nun "beeilen, rasch an Garantien des Bundes zu kommen, um selbst als Anleihegeber fungieren zu können", so Steinbichler zur nahen Zukunft. In selbiger werde man sich aufs Kerngeschäft beschränken, Mitarbeiterabbau sei trotzdem nicht nötig. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22./23.11.2008)

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