Chefs dürfen Zorn zeigen, Chefinnen nicht

21. November 2008, 18:34
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Werden Frauen wütend, wird ihnen im Gegensatz zu den männlichen Pendants innere Verwirrung und emotionale Inkontinenz unterstellt

Zuordnung von "weib-lichen und "männlichen" Eigenschaften sind mit gewisser Vorsicht zu genießen. Vor allem wenn sie hinsichtlich von Führungskompetenz gegeneinander ausgespielt werden. Dass Stereotype in puncto Erwartung bestehen, wird aber jede Frau bestätigen können: Sollten nicht Frauen von ihrer "Biologie her" gütig und einfühlsam, sanft und verständnisvoll sein? - Alte Klischees?

Verwirrung?

Nicht wirklich, berichtet Psychologie heute zum Thema Gefühlsausbrüche: Wenn Männer wütend sind, wird automatisch von äußeren Gründen ausgegangen. Sind Frauen wütend, dann wird ihnen hingegen innere Verwirrung, emotionale Inkon-tinenz unterstellt. Ein US-Forscherteam ließ Probanden ärgerliche Frauen und Männer in Jobsituationen beurteilen. Ergebnis: Der Status der wütenden Frauen wurde niedriger eingeschätzt, man traute ihnen weniger zu, wollte ihnen weniger Gehalt zahlen. Die Chefinnen wurden degradiert, wenn ihnen einmal der Kragen platzt.

Anders bei den Chefs: Zornigen Männern, die laut wurden und dafür keine Gründe nannten, wurde das meiste Gehalt geboten, ihr Ansehen wurde am höchsten eingeschätzt.

Nein, Frauen sollen im Job nicht "nett" sein - aber die Reaktion ihrer Umwelt abschätzen können. (Karin Bauer, DER STANDARD, Print, 22./23.11.2008)

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