Die Eliten austauschen!

21. November 2008, 18:25
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Wenn man wissen will, wie schlecht es um unseren Planeten, vor allem aber um dessen männliche Bewohner bestellt ist, braucht man nur bei den Freiheitlichen nachzufragen

Wenn man wissen will, wie schlecht es um unseren Planeten, vor allem aber um dessen männliche Bewohner bestellt ist, braucht man nur bei den Freiheitlichen nachzufragen. Von Kastrationsängsten geplagt wallen sie durchs Leben, und wähnen sie sich von einer Gefahr erlöst, taucht schon die nächste auf. Die Frankfurter Schule hat es ihnen ganz besonders angetan. Sie ist zwar, wie der Mölzer-Postille "Zur Zeit" zu entnehmen ist, nur noch eine Blase, aber als 9. Todsünde (über die achte schwieg sich das Blatt aus) nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, obwohl trotz negativer Auswirkungen Zerfallserscheinungen zu sehen sind. Und wer bekommt diese härter zu spüren als Österreichs Blaue? Haben doch die Apologeten dieser Schule die "moralische Attitüde der Betroffenheit" für sich entdeckt, um mit der politischen Korrektheit Andersdenkende ständig unter Druck halten zu können.

Wie man Andersdenkende unter Druck hält, wenn man etwas für sich entdeckt, blieb offen, denn schon folgte die Frohbotschaft des Salzburger Philosophen Wolfgang Caspart: Allerdings beginne das Gedankengebäude der Frankfurter Schule bereits zu bröckeln, es sei nur mehr eine Blase, weil der Materialismus "hoffnungslos überholt" sei.

Aber kaum beginnt's an einer Stelle zu bröckeln, wird an einer anderen betoniert. Endlich ist es da, jubelt ein Rezensent des Blattes, das Buch der niederösterreichischen Landesrätin und zehnfachen Mutter Barbara Rosenkranz mit dem Titel "MenschInnen", das über eine Perversion aufklärt, mit der vor allem junge Menschen in Schulen und an Universitäten verseucht werden, den Genderwahn!

Fürwahr ein Desiderat, rechtzeitig zur Buchmesse. Es ist nämlich so: Neomarxistische Kräfte wollen einen "neuen Menschen" erschaffen, aber da ist Barbara Rosenkranz vor. Allen Ernstes wollen dort Akademiker ihren Schützlingen weismachen, daß neben dem biologischen Geschlecht es auch ein soziales Geschlecht gebe, also das Geschlecht nicht angeboren, sondern lediglich anerzogen sei.

Eine zehnfache Mutter, die mit ihrer persönlichen Geburtenrate dem Aussterben deutscher Helden entgegenwirken will, kann mit Gender-Mainstreaming naturgemäß wenig anfangen. Aber der Rezensent weiß: Dieses gigantische Umerziehungsprojekt, mit dem (wieder einmal) das gesamte Volk bzw. diesmal sogar alle Völker Europas konfrontiert werden, entstammt den kruden Ideen der kulturauflösenden 68er Bewegung, die zwar nur noch eine Blase ist, aber deutschgesinnten Männern noch immer die Blase zum Platzen bringt. Mit der Feminisierung unseres Erziehungssystems und Programmen gegen Männer, ja gegen das Volk (damit klar ist, wer das Volk wirklich darstellt), wird ein Geschlechterkampf erzeugt, der dem einzelnen Menschen seine Identität rauben soll.

Zum Glück, so der Rezensent, hat bisher dieser Virus der absoluten Verleugnung der Wirklichkeit nur die Eliten befallen. Daher müssen zuerst diese ausgetauscht werden, will man den Genderwahn, der die Geschlechterdualität durch Geschlechtervielfalt ersetzen möchte, stoppen! Wie dieser Austausch der befallenen Eliten vonstatten gehen soll, ist in "Zur Zeit" noch unklar, aber die zehnfache Mutter hat dafür sicher einige gute alte Vorschläge.

Vielleicht handelt es sich bei dem, was ein paar Seiten weiter hinten ein Robert Prantner entdecken musste, schon um die ersten Folgen von Genderwahn unter Jugendlichen. Die größte Monatsgazette der römisch-katholischen Kirche Österreichs, früher mit dem prägnanten Namen "Wiener Kirchenzeitung" verbunden, seit nicht allzu langer Frist überflüssigerweise mit dem säkularisierten Namen "Der Sonntag" ausgestattet, veröffentlichte ihre Ausgabe vom Allerseelentag mit einem ganzseitigen Titelbild: man sieht zwei Schüler, wie sie an offenkundig verwahrlosten Gräbern werken und die verwachsenen Grabstätten "entsorgen".

Das ist, so Prantner, eine gute Sache und lobenswert. Und wo assistieren die beiden Schüler des Piaristengymnasiums an einer Grabpflege? Man wird es vielleicht für nicht sehr leicht möglich halten: sie werken beim 4. Tor, am jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofes. Erstaunlich. Die Israelitische Kultusgemeinde Wiens dürfte nicht gerade am Hungertuch nagen. Sonst wäre es ihr nicht beschieden gewesen, so prächtige neue Schulgebäude zu etablieren. Und darin wogt auch das Leben, welches eigentlich hinter dem 4. Tor eine Reihe kultivierender Gartenarbeit erledigen könnte. Denn die katholischen und evangelischen und alle nicht jüdischen Schüler sollten dem "Schwarzen Kreuz" dienen, im Klartext: der "Kriegsgräberfürsorge".

Es handelt sich bei diesem Vorschlag offenkundig um die Adaptierung des Slogans "Deutsche, kauft nicht bei Juden!" für die Gefilde der Toten. Vor dem Wahn, der in dieser Gesinnung steckt, muss jeder Genderwahn verblassen. (Günter Traxler, DER STANDARD; Printausgabe, 22./23.11.2008)

 

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