Katastrophale Umfragewerte für FPÖVP II

3. März 2003, 09:37
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Nur knapp über drei Prozent sind voll und ganz der Meinung, dass Schwarz-Blau "mit hohem Ausmaß dem Wählerwillen entspricht" - mit Infografik

Wien - Laut einer ersten Umfrage nach der Bildung des Kabinetts Schüssel II beurteilen die Österreicher die Neuauflage von Schwarz-Blau äußerst skeptisch. Das Institut Oekonsult hat in einer österreichweiten Straßenbefragung festgestellt, dass eine klare Mehrheit die neue Regierung nicht als die bestmögliche Variante ansieht und ihr keine hohe Reformkraft zutraut. Fast 80 Prozent sind der Meinung, dass die neue ÖVP-FPÖ-Koalition nicht dem Wählerwillen entspricht.

Kaum Vertrauen in FP-Minister

Abgefragt wurde auch das Vertrauen in die Leistungen der neuen Regierungsmitglieder. "Die Befragten trauen mit deutlichen Vorsprung den schwarzen Kabinettsmitgliedern einen viel höheren Grad an Professionalität, Reformkraft und Durchsetzungsvermögen zu als den blauen Regierungsmitgliedern", so Oekonsult-Chef. Insgesamt seien die Erwartungen in die Reformkraft der Regierung sehr eingeschränkt.

"Bestmögliche Regierung?" - 72 Prozent sagen nein

Der Aussage, "nach langem Sondieren hat nun Bundeskanzler Schüssel letztlich die bestmögliche Regierung für Österreich beisammen", stimmen nur 25 Prozent der Befragten mehr oder weniger zu (nur 8,9 Prozent davon meinen, die Aussage trifft voll und ganz zu). Ablehnend sind 72,4 Prozent.

Ähnlich das Bild bei der Frage nach der Reformkraft. Nur 31,7 Prozent räumen der Neuauflage von Schwarz-Blau diese ein, 63,3 Prozent sprechen sie der Regierung ab.

Nur 3,3 Prozent stimmen voll und ganz zu, dass Schwarz-Blau und die Zusammensetzung der neuen Regierung mit hohem Ausmaß dem Wählerwillen entspreche. Insgesamt zustimmend sind bei dieser Frage 20,1 Prozent, ablehnend 79,6 Prozent.

Haupt und Gorbach weit abgeschlagen

Bei der Bewertung der einzelnen Regierungsmitglieder schneiden die ÖVP-Minister deutlich besser ab als die FPÖ-Kollegen: Mehr oder weniger ausgezeichnete Regierungsarbeit erwarten 55,9 Prozent von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, 60,3 Prozent von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, 60,4 Prozent von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, 64,3 Prozent von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer, 59,1 Prozent von Innenminister Ernst Strasser, 57,1 Prozent vom neuen Agrarminister Josef Pröll, 67,5 Prozent von der neuen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat und 67,8 Prozent von Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Einzige Ausnahme im ÖVP-Team ist der neue Verteidigungsminister Günther Platter, dem nur 33,5 Prozent eine ausgezeichnete Regierungsarbeit zutrauen.

Die besten Noten im FPÖ-Team erhält Justizminister Dieter Böhmdorfer mit 41,7 Prozent Zustimmung. Niederschmetternd die Beurteilung für den neuen Vizekanzler, Sozialminister Herbert Haupt. Ihm trauen nur 28,2 Prozent der Befragten eine ausgezeichnete Regierungsarbeit zu, dem neuen Infrastrukturminister Hubert Gorbach sogar nur 23,7 Prozent.

Das Institut Oekonsult hat am 1. und 2. März bundesweit Straßenbefragungen mit 877 österreichweit repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten durchgeführt. Die Schwankungsbreite wird mit vier Prozentpunkten angegeben. (APA)

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    Nur 28,2 Prozent trauen Vizekanzler Haupt eine "ausgezeichnete Regierungsarbeit" zu

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