Laptops des Eta-Chefs nicht zu knacken

21. November 2008, 17:20
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Computer mit im Internet verfügbarem Programm gesichert - Polizei: "Trotz aller Legenden verfügen Geheimdienste über kein Schlupfloch"

Madrid - Nach der Festnahme des mutmaßlichen Anführers der baskischen Terrororganisation ETA stehen die Ermittler vor einem kniffligen Problem: Sie können die Geheimcodes der Computer nicht knacken, die die Polizei bei Mikel Garikoitz Aspiazu Rubina alias "Txeroki" sichergestellt hatte. Wie am Freitag aus Madrider Polizeikreisen verlautete, sind die Dateien in den beiden Laptops mit einem Programm gesichert, das man sich aus dem Internet herunterladen kann.

"Trotz aller Legenden verfügen die Geheimdienste über kein Schlupfloch, über das sie sich Zugang zu gesicherten Dateien verschaffen können", sagte ein Beamter der Nachrichtenagentur EFE. Die Ermittler könnten die Geheimcodes nur knacken, wenn Txeroki ihnen das Kennwort verrate oder wenn die Beamten durch einen glücklichen Zufall den Schlüssel in schriftlichen Aufzeichnungen entdecken.

Sicherheitscodes auf Zettel

Vor fünf Jahren hatte die Polizei nach der Festnahme des damaligen ETA-Militärchefs Ibon Fernandez de Iradi alias "Susper" die Sicherheitscodes auf einem Zettel gefunden. Der bei Susper sichergestellte Computer enthielt detaillierte Informationen über den Aufbau der ETA und ermöglichte der Polizei die Festnahme zahlreicher Terroristen.

Mordanklage

Der in Südfrankreich gefasste mutmaßliche Militärchef der baskischen Untergrundorganisation ETA ist in Zusammenhang mit dem Mord an zwei spanischen Polizisten angeklagt worden. Miguel de Garikoïtz Aspiazu Rubina alias "Txeroki" werde vorgeworfen, eine terroristische Vereinigung geführt zu haben, hieß es nach Angaben von Justizmitarbeitern vom Freitag in der Anklageschrift. Er wurde in Untersuchungshaft genommen. Der 35-Jährige soll den Mord an den beiden spanischen Polizisten im Südwesten von Frankreich vor einem Jahr vorbereitet haben; ob er selbst direkt an der Tat beteiligt war, ist allerdings unklar.

Die französische Polizei hatte den Baskenkämpfer in der Nacht auf Montag im Ferienort Cauterets festgenommen. Bisher hatte er sich in Polizeigewahrsam befunden. Der mutmaßliche Militärchef der ETA soll auch an dem tödlichen Anschlag auf den Flughafen von Madrid vor zwei Jahren beteiligt sein. Er ist für seine unnachgiebige Haltung gegenüber der spanischen Regierung bekannt und wird dafür verantwortlich gemacht, dass ein mühsam aufgenommener Dialog mit Madrid scheiterte. Das spanische Innenministerium löste für die Sicherheitskräfte die höchste Alarmstufe aus. Es befürchtet, dass die ETA sich mit Anschlägen für die Festnahme rächen könnte. (APA/dpa)

 

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    Mikel Garikoitz Aspiazu Rubina alias "Txeroki" bei seiner Festnahme mit einer Decke verhüllt. Auch die Computer des Eta-Chefs erweisen sich als gut geschützt.

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