Wahlbehörde bestätigt Sieg der Sandinisten

22. November 2008, 17:00
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Rechte Opposition wirft Präsident Ortega Fälschung vor

Managua - Die Hauptstadt Managua und weitere 104 Städte und Gemeinden Nicaraguas werden künftig von Sandinisten regiert. Laut amtlicher Kundmachung der Obersten Wahlbehörde des mittelamerikanischen Landes vom Donnerstagabend haben Kandidaten der Partei von Präsident Daniel Ortega in 105 von 146 Kommunen bei den Gemeinderatswahlen vom 9. November den Sieg davongetragen. Managua wird demnach künftig von dem dreifachen Boxweltmeister Alexis Arguello regiert. Er setzte sich gegen den Kandidaten der Liberalen Partei, den früheren Außenminister Eduardo Montealegre, durch.

Wiederwahl

Ortega, Chef der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN, war 2006 wieder zum Präsidenten gewählt worden, nachdem er das Land bereits von 1985 bis 1990 regiert hatte. 1979 hatte ein Volksaufstand unter Führung der Sandinisten die USA-hörige Diktatur des berüchtigten Somoza-Clans gestürzt. In den Achtzigerjahren hatten die Vereinigten Staaten in Nicaragua die rechtsgerichteten Contra-Rebellen in deren Kampf gegen die Sandinisten unterstützt.

Die rechtsgerichtete Opposition kritisierte in der Nacht auf Freitag erneut das amtliche Ergebnis der Gemeindewahlen als Fälschung und kündigte an, in der kommenden Woche im Parlament die Annullierung dieser Wahl zu beantragen. Proteste der Opposition waren in den vergangenen Tagen immer wieder von Anhängern Ortegas mit Gewalt unterdrückt worden. Auch frühere politische Weggefährten des Sandinistenchefs sprachen von Wahlbetrug. So sagte der frühere Vizepräsident Sergio Ramirez Mercado, die Wahl sei in Wahrheit ein "Referendum gegen Ortega" gewesen. Der Dichter warf dem Präsidenten vor, eine "Familiendiktatur" in Nicaragua errichten zu wollen. (APA/dpa)

 

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    Veranstaltung der FSLN nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses

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