Kampagne gegen Landminen: Burma setzt als einziger Staat Landminen ein

21. November 2008, 16:34
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Größte Vorräte in USA, China und Russland

Genf - Als weltweit einziges Land hat Burma, das von einer Militärjunta beherrscht wird, in den vergangenen zwei Jahren Landminen eingesetzt. Das berichtete die Organisation Human Rights Watch (HRW) am Freitag in Genf. Sie stellte den Landminen-Bericht 2008 der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen (ICBL) vor, das ein Netzwerk von etwa 1400 nichtstaatlichen Organisationen in 90 Ländern ist. Nach ICBL-Informationen wurden im vergangenen Jahr 5426 Landminen-Unfälle gemeldet, bei denen 1400 Menschen starben und fast 4000 verletzt wurden. Die Anzahl der Landminen-Vorfälle sei somit etwas geringer als im vergangenen Jahr.

Burma (Myanmar) sei das einzige Land, das die Sprengkörper offiziell verwende, sagte Stephen Goose von HRW. Aber auch andere Länder wie Russland oder Sri Lanka hätten ihren Vorrat an den tückischen Waffen noch nicht zerstört und könnten nicht beweisen, dass sie diese nicht einsetzten. In mindestens neun Ländern hätten außerdem bewaffnete nichtstaatliche Gruppen Landminen genutzt, darunter besonders die Guerillaorganisation FARC in Kolumbien. 156 Staaten hätten mittlerweile den internationalen Vertrag von 1999 gegen die Verwendung von Landminen unterschrieben. Von den 160 Millionen Landminen, die weltweit einsatzfähig seien, gehörten 145 Millionen zum Vorrat der drei Mächte USA, China und Russland, die sich noch immer dem Abkommen verweigerten.

Dem burmesischen Regime werden schwerste Menschenrechtsverstöße zur Last gelegt, insbesondere Zwangsarbeit, Folter, brutale Verfolgung von ethnischen Minderheiten, Missbrauch von Kindersoldaten und Unterdrückung der Demokratiebewegung. Die burmesische Armee führt Krieg gegen ethnische Minderheiten und hatte insbesondere Massenvertreibungen des Karen-Volkes aus dem Gebiet um die neu errichtete Hauptstadt Naypyidaw im Landesinneren ausgelöst. In den vergangenen Jahren hatte die Militärjunta mehr als 200.000 Karen-Volksangehörige innerhalb des Landes zwangsumgesiedelt und etwa 100.000 über die Grenze auf thailändisches Gebiet getrieben. (APA/dpa)

 

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