Umweg der Aussicht wegen

    21. November 2008, 17:00
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    Von Kreisbach auf die gemütliche Stockerhütte am Rand des Wienerwaldes kann man spazieren aber auch wandern, wenn man das Auto stehen lässt

    Die Stockerhütte am westlichen Rand des Wienerwaldes gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen, da sie von Wien und St.Pölten leicht zu erreichen ist. Die meisten Wanderer, die das gemütliche Haus ansteuern, wählen die relativ kurzen Anstiege vom Bahnhof Traisen, von Schwarzenbach oder von Rotheau, nicht wenige fahren mit dem Auto sogar bis zum hoch gelegenen Gehöft Stadelböck, was die Tour zu einem Spaziergang reduziert. Es zahlt sich aber aus, einen längeren Umweg zu machen, denn die weiten Wiesenflächen bieten auf langen Abschnitten herrliche Ausblicke in die nähere und weitere Umgebung.

    Erspäht man zuerst nur einige der benachbarten Erhebungen des Wienerwaldes, so rücken später etliche der bekannten Voralpengipfel - Muckenkogel, Türnitzer Höger, Kirchenberg etc. - ins Blickfeld, von einigen Punkten zeigen sich der Ötscher, Gippel und Göller, die in höhere Regionen hinaufreichen. Zu sehen sind weiters ein Abschnitt des Traisentales mit Wilhelmsburg und St. Pölten mit einem Teil des Alpenvorlandes.

    Die Reste des einst beachtlichen Schlosses Kreisbach, das Mitte des 19. Jahrhunderts zum Großteil abgerissen worden war, sind nun restauriert, daneben hat sich eine Schlosstaverne mit k.k. Tabakverschleiß etabliert.

    Wie fast alle Wienerwaldwanderungen weist auch diese keine Schwierigkeiten auf, die Route ist gut beschildert und markiert, nur beim Gehöft Holz fehlt ein Wegweiser.

    Die Route: Von der Haltestelle Kreisbach bei Wilhelmsburg geht man auf dem Gehweg nach Kreisbach, durchquert den Ort und wählt bei der Antikensammlung Renz die rechts den Hang hinaufführende rote Markierung, um zu den Gehöften Stoiberlehen und Holz zu gelangen. Gehzeit eine Stunde. Dort hält man sich rechts auf einen Fahrweg, wandert über den Brandstetter zur Zehethofer Höhe. Der Weg quert eine Wiese, kurz darauf wechselt man auf die blaue Markierung und erreicht nach kurzem, steilem Anstieg die Stockerhütte. Gehzeit ab Gehöft Holz 1½ Stunden.

    Abstieg zum Stadelböck (rot) und ein kurzes Stück auf dem asphaltierten Güterweg. Dann zweigt nach links der gelb markierte Altenburgweg ab. Dieser gabelt sich später, man wählt den linken Ast, erreicht die leicht zu übersehende Ruine Altenburg und steigt zur Station Göblasbruck ab. Gehzeit ab Stockerhütte 1¼ Stunden. Auf dem Radweg entlang der Bahn erreicht man in einer weiteren halben Stunde den Ausgangspunkt. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/22./23.11.2008)

    Gesamtgehzeit 4¼ Stunden, Höhendifferenz 500 m. Stockerhütte: Dienstag. Ruhetag. ÖK25V 4329-Ost (Wilhelmsburg), Maßstab 1:25.000, Freytag & Berndt Wienerwald Atlas, Maß 1:50.000

    • Das Schloss Kreisbach.  Die hochbarocke Annakapelle, ein gotischer Durchgang und der romantische Keller können nach den Renovierungsarbeiten bereits besichtigt werden.
      foto: niederösterreich-werbung gmbh

      Das Schloss Kreisbach.  Die hochbarocke Annakapelle, ein gotischer Durchgang und der romantische Keller können nach den Renovierungsarbeiten bereits besichtigt werden.

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