So: Verfolger-Duell in Graz

21. November 2008, 14:35
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Sturm feierte zuletzt sieben Siege in Folge - Rapid-Kapitän Hofmann: "Sie haben im Moment hervorragenden Lauf" - Maierhofer wieder fit

Wien - Österreichs Fußball-Meister Rapid (36 Punkte) will Sturm Graz (38) am Sonntag die erste Niederlage nach zuletzt sieben Siegen in Serie zufügen und in der Tabelle nach der vorgezogenen ersten Runde des Frühjahrsdurchgangs wieder an den zweitplatzierten Grazern vorbeiziehen. "Für uns ist es wichtig, unsere Leistung zu bringen, dann sind wir immer schwer zu schlagen", sagte Rapid-Coach Peter Pacult. Für beide Verfolger sind Punkte extrem wichtig, zumal Tabellenführer Red Bull Salzburg (40) bereits am Samstag im Heimspiel gegen Nachzügler Kapfenberg vor einem Pflichtsieg steht.

Keine Remis-Spezialisten

In den vergangenen zehn Aufeinandertreffen der beiden Teams, die sich beide vor allem auf sich selbst und die eigenen Stärken konzentrieren wollen, hat es bei jeweils fünf Siegen noch nie ein Remis gegeben, das letzte direkte Duell ging am 28. September im Hanappi-Stadion (2:1) an die Wiener. "Wenn wir an die Leistung von damals anschließen können, bin ich optimistisch, da hat Sturm im ganzen Spiel nur zweimal aufs Tor geschossen", merkte Pacult an. Die "Grün-Weißen" sind aber gewarnt, seit damals haben die Grazer, die auch das erste direkte Saisonduell in der Auftaktrunde mit 3:1 gewonnen haben, alle sieben Meisterschaftsspiele für sich entschieden.

In der UPC-Arena haben die Schützlinge von Coach Franco Foda gar schon seit dem 29. März (1:2 gegen die Austria) in elf Spielen (9 Siege, 2 Remis gegen Salzburg und Austria/Torverhältnis 29:4) nicht mehr verloren. "Sturm hat im Moment einen hervorragenden Lauf", ist sich auch Rapid-Kapitän Steffen Hofmann bewusst. Aufgrund des "sehr starken" Gegners reise man auch nicht mit voller Vorfreude in die Steiermark. "Sturm ist sehr stark beim Ballgewinn. Sie schalten schnell um, damit haben sie uns immer wieder Probleme bereitet", warnte der Mittelfeld-Regisseur.

In Erwartung eines schönen Spiels

Aufgrund der offensiv ausgerichteten Spielanlage der beiden Teams ist eine höchst interessante Partie zu erwarten. "Gegen Sturm waren es in den vergangenen Jahren immer die schönsten Spiele. Sie sind sicher ein Gegner, wo wir Fußball spielen können", sagte Hofmann. Und Pacult machte keinen Hehl daraus, dass seine Elf auch in Graz nach vorne spielen möchte. "Wir versuchen immer offensiv zu spielen", meinte der Rapid-Coach. Pacult zog vor der Partie auch ein positives Zwischenresümee zur Saison-Halbzeit. "Wenn wir in jedem Durchgang 18 Punkte machen, sind wir am Ende sicher ganz oben dabei", betonte der Ex-ÖFB-Teamstürmer, der bis zum Winter noch so viele Punkte wie möglich holen möchte.

Sein Gegenüber Franco Foda erwartet zu Beginn ein gegenseitiges Abtasten. "In den ersten Minuten werden die Mannschaften Respekt voreinander haben. Beide Teams haben ihre Stärken in der Offensive, wir werden aber nicht mit 'Hurra' nach vorne spielen", meinte der Deutsche. Rapid habe zwar eine sehr, sehr gute Mannschaft, "wir sind aber in der Lage zu Hause alle zu schlagen und probieren jedes Spiel zu gewinnen". Vor allem da die UPC-Arena schon seit Tagen mit 15.400 Zuschauern ausverkauft ist. "Wenn man überraschend vorne mitspielt, ist die Euphorie sehr groß. Die Mannschaft freut sich auf das Spiel", ist Foda guter Dinge.

Maierhofer wieder ganz gesund

Den letzten Sieg in Graz konnten die Rapidler, die in der Fremde in bisher neun Saison-Spielen 13 Punkte geholt und allgemein vier der vergangenen fünf Spiele gewonnen haben, am 2. März (2:0) feiern. Während bei den Grazern neben Kreimer auch Fabian Lamotte (bis zum Winter) ausfällt, stehen Rapid-Coach Pault bis auf die ohnehin schon lange fehlenden Koch, Payer, Gartler und Thonhofer alle Mann zur Verfügung.

Auch Stefan Maierhofer, der zuletzt für das ÖFB-Team wegen einer Blessur an der Kniescheiben-Strecksehne im linken Knie absagen musste, dürfte wieder von Beginn an stürmen, der 15-fache Saisontorschütze stieg am Freitag wieder ins Mannschaftstraining ein. "Das ist kein Thema, Maierhofer wird hundertprozentig spielen", rechnet Sturm-Coach Foda fix mit einem Einsatz des Rapid-Goalgetters.(APA)

SK Puntigamer Sturm Graz - SK Rapid Wien (UPC-Arena, Sonntag, 15.30 Uhr/live ORF 1 und Premiere, SR Schörgenhofer). Bisherige Saisonergebnisse: 3:1 (h), 1:2 (a). 2007/08: 1:0 (h), 5:1 (a), 0:2 (h), 1:2 (a).

Sturm Graz: Gratzei - Schaschiaschwili, Feldhofer, Sonnleitner, Kandelaki - Hölzl, Kienzl, Hlinka, Stankovic - Muratovic, Haas

Ersatz: Schicklgruber - Sereinig, Scherrer, Beichler, Jantscher, S. Foda, Kaufmann, Kröpfl

Es fehlen: Lamotte, Kreimer (beide verletzt)

Rapid: Lukse - Dober, Tokic, Patocka, Katzer - Hofmann, Heikkinen, Boskovic, Kavlak/Drazan - Maierhofer/Hoffer, Jelavic

Ersatz: Hedl - Eder, Kayhan, Palla, Kulovits, Ketelaer, Hiden, Harding

Es fehlen: Thonhofer (Rückenprobleme), G. Koch (rekonvaleszent), Payer, Gartler (beide im Aufbautraining)

 

 

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    Am Sonntag nähert man sich in Graz dem Gefrierpunkt, die Rapid-Fans sollten diesmal also was zum anziehen mitnehmen.

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