Schmerzhafte Klassik: Effektiver Schallschutz kann Musikern helfen

22. November 2008, 10:19
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Orchestermusiker sind Schalldruckpegeln ausgesetzt, die geeignet sind Gehörschäden zu verursachen

Braunschweig - Ein Schallschutzschirm für MusikerInnen im Orchester ist keine Seltenheit mehr und zum Beispiel auch bei Konzerten der Wiener Philharmoniker zwischen manchen Musikern zu sehen. Wie der Schallschutz aus Plexiglas effektiv ist, haben Forscher an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig erforscht. Ihre Entwicklung senkt im kritischen Bereich oberhalb von 250 Hertz den Schallpegel am Ohr um bis zu 20 Dezibel. Der Schirm ist im oberen Teil geneigt und leitet so den Schall über den Kopf des vorne sitzenden Musikers nach oben.

Die EU-Lärmschutz-Verordnung sei bisher viel zu selten in die Praxis umgesetzt worden, beklagen die Wissenschaftler. Der Prototyp sei nicht patentiert und könne leicht nachgebaut werden. Allerdings wirke der neue Schallschutzschirm nur dann, wenn er den individuellen Gegebenheiten des Probenraumes oder des Orchestergrabens angepasst sei.

Lärmpegel

Orchestermusiker sind nach Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Schalldruckpegeln ausgesetzt, die geeignet sind, Gehörschäden zu verursachen. In einer Wagner-Oper könnten leicht Lärm-Werte von 120 Dezibel und mehr erreicht werden. Der durchschnittliche Lärmpegel in Symphonie- und Opernorchestern liege zwischen 80 und 100 Dezibel. Immerhin sei ein Pegel von 85 Dezibel so laut, dass man sich nur schreiend verständigen könne. (APA/AP/red)

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Physikalisch-Technische Bundesanstalt: Wenn's beim Fortissimo in den Ohren klingelt

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    foto: ptb
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