Krise zwingt Stahlindustrie in die Knie

21. November 2008, 14:22
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Die weltweite Stahler­zeugung sank auf Jahressicht um zwölf Prozent - Österreich mit leichter Produktions­steigerung

Wien - Der durch die globale Konjunkturabkühlung verursachte Nachfrageeinbruch nach Stahl hinterlässt nun Spuren in der Produktionssphäre. Die am Donnerstag von der World Steel Association (Worldsteel) präsentierten Zahlen zur Stahlproduktion im Oktober sprechen eine deutliche Sprache. Die Rohstahlproduktion jener 66 Staaten, die mehr als 98 Prozent der gesamten Stahlerzeugung beitragen, ist im Oktober auf Jahressicht um 12,4 Prozent zurückgegangen.

Nach einem Vorjahreswert von 114,7 Mio. Tonnen wurden im Oktober 2008 nur noch rund 100,5 Mio. Tonnen Stahl erzeugt. Im Vergleich zum Vormonat September sank der Output um 6,9 Prozent. In der Europäischen Union wurden im Oktober insgesamt 16,8 Mio. Tonnen Stahl produziert, was auf Jahressicht ein Minus von 5,7 Prozent bedeutet.

Voest drosselt Produktion

Für Österreich wird von der World Steel Association für Oktober eine Produktionsmenge von 670.000 Tonnen geschätzt. Im Vergleichsmonat 2007 waren es 673.000 Tonnen und somit geringfügig mehr. Dennoch wurde in den ersten zehn Monaten des Jahres mit 6,6 Mio. Tonnen um 4,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum erzeugt. Am Donnerstag hatte auch der heimische Spezialstahlkonzern voestalpine bekanntgegeben, die Produktion um 3 bis 5 Prozent zu drosseln. Die Reduktion des Outputs werde zwischen 150.000 und 250.000 Tonnen liegen, so das Unternehmen, das als Nischenplayer für Spezialstähle nicht im Massenmarkt mitspielt.

Der weltgrößte Stahlproduzent China drosselte den Output sogar um 17 Prozent. So wurden nach 43,2 Mio. Tonnen im Oktober 2007 nur noch 35,9 Mio. Tonnen hergestellt. Allein im Vergleich zum September sank die Produktion laut der World Steel Association um 9,4 Prozent.

Die World Steel Associaton ist die Neubenennung des International Iron and Steel Institute (IISI) und repräsentiert rund 180 Stahlkonzerne, nationale und regionale Stahlvereinigungen, Stahlforschungsinstitute. Nach eigenen Angaben erzeugen die Mitglieder der World Steel Association rund 85 Prozent des weltweiten Stahlangebots.
(Schluss) sma/kre (APA)

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