Windows-Programme nahtlos auf dem Mac

21. November 2008, 14:09
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Neue Version des Parallels Desktops erhöht die Leistung und den Nutzen im Alltag - "Die virtuelle Maschine tritt jetzt ganz in den Hintergrund"

Beim Parallels Desktop geht es um die parallele Nutzung von Mac und Windows, wie der Name schon andeutet. Die jetzt neu erschienene Version 4.0 erhöht die Leistung von Windows-Programmen auf dem Mac und ermöglicht mit einer Vielzahl von Detail-Verbesserungen die nahtlose Integration beider Betriebssysteme.

Ganz im Hintergrund

"Die virtuelle Maschine tritt jetzt ganz in den Hintergrund", erklärt Parallels-Manager Sascha Uhl. Der Nutzer kann für verschiedene Aufgaben das jeweils beste Programm einsetzen. Ob das nun eine Mac- oder eine Windows-Software ist, wird belanglos. Jedes Programm läuft in einem eigenen Fenster. Parallels bezeichnet das als "Coherence"-Technik, was bereits im Juni 2007 mit der Version 3.0 eingeführt und nun zusätzlich erweitert wurde. Die zentrale Mac-Leiste des "Docks" bleibt an ihrem vertrauten Platz, die Windows-"Taskbar" platziert sich gegenüber. Auf dem Desktop gibt es ein Programmsymbol für die virtuelle Windows-Festplatte, die ihren Inhalt im "Finder" zeigt, also im Mac-Dateimanager.

"Smart Mount"

Neben der Nutzung von gemeinsamen Ordnern (Shared Folders) ist es nun auch möglich, Mac-Standardordner wie "Dokumente" oder "Bilder" als entsprechende Windows-Standardordner einzurichten. Die neue Technik "Smart Mount" sorgt dafür, dass zum Beispiel externe Festplatten automatisch auch in das virtuelle Betriebssystem mit eingebunden werden. Beim Einstöpseln eines USB-Geräts kann man individuell angeben, ob dieses vom Mac oder von Windows erkannt werden soll.

Das Gast-Betriebssystem befindet sich jetzt nur noch in einer einzigen Datei mit der Endung pvm. Wenn bisher das virtuelle Windows nach der Installation neuer Programme über zu wenig Speicherplatz klagte, so kann man die virtuelle Festplatte nun bequem erweitern: Um die Größe einer 16-GB-Festplatte zu verdoppeln, brauchen die neuen "Parallels Image Tools" gut eine Stunde. Die virtuellen Festplatten können bis zu zwei Terabyte groß sein. Mit dem "Parallels Explorer" kann ihr Inhalt angeschaut werden, ohne dass die virtuelle Maschine gestartet werden muss.

Übersetzung von Tastaturbefehlen

Eine große Erleichterung für das parallele Arbeiten in beiden Systemen ist die Übersetzung von Tastaturbefehlen. Dadurch versteht das virtuelle Windows auch typische Mac-Eingaben mit der Apfel-Taste (Befehlstaste), etwa zum Kopieren und Einfügen aus der Zwischenablage. Ebenso ist es möglich, die beiden grundverschiedenen Tastaturkürzel für das @-Zeichen in E-Mail-Adressen anzupassen.

Bei der Entwicklung der Version 4.0 sei auch die "Virtualisierungs-Engine" komplett überarbeitet worden, erklärt Parallels-Manager Uhl. "Das ergibt einen Performance-Gewinn bis zu 50 Prozent." Damit verringere sich der Leistungsunterschied zwischen der virtuellen Maschine und der Nutzung der Apple-Technik Bootcamp - hier wird Windows auf einer eigenen Partition des Mac-Rechners installiert, eine parallele Nutzung ist dann aber nicht möglich.

Wahl

Bemerkbar macht sich der Leistungsgewinn vor allem beim Starten und Herunterfahren des virtuellen Systems. Für den laufenden Betrieb hat man die Wahl zwischen höherer Energie-Effizienz und höherer Leistung. Außerdem lassen sich Arbeitsspeicher (bis zu acht GB) und die Nutzung von CPU-Kernen individuell anpassen. Der Parallels Desktop unterstützt jetzt den neuen Virtualisierungsstandard von Intel, so dass der Vorteil von Doppel- oder Vierkern-Prozessoren zum Tragen kommt.

Spiele

Mit Computerspielen kommt das virtuelle Windows ebenfalls besser zurecht. Unterstützt werden nun alle Titel, die DirectX 9 erfordern. Dem Video-RAM können bis zu 256 MB zugeteilt werden. Bei 3D-Online-Spielen reagiert der virtuelle Windows-Nutzer zwar langsamer als seine Partner im Netz. Für ein gelegentliches Spielchen oder für die Nutzung spezieller Anwendungen wie AutoCAD reicht die Leistung aber aus.

Wenige Schritte

Die Installation eines virtuellen Windows erledigt der neue Parallels Desktop in wenigen Schritten, wobei die Art der Installations-CD automatisch erkannt wird. Bei der anschließenden Aktivierung etwa von Windows Vista Ultimate gibt es keine Probleme. Ebenfalls möglich ist die Einrichtung von virtuellen Maschinen mit Linux. Dank der Open-Source-Lizenz können jetzt sogar auch fertige virtuelle Maschinen mit unterschiedlichen Linux-Konfigurationen aus dem Internet heruntergeladen und installiert werden.

Parallels Desktop 4.0 kostet 80 Euro. Das Update gibt es bis Ende November zum Preis für 40 Euro, danach für 50 Euro. Neben Parallels bietet auch VMWare eine Virtualisierungssoftware für den Mac an, VMWare Fusion. (AP)

 

 

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  • Parallels Desktops mit zahlreichen Verbesserungen

    Parallels Desktops mit zahlreichen Verbesserungen

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