Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik

21. November 2008, 18:10
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"Girls go University" wird mit 200.000 Euro gefördert - Unis bieten 100 bezahlte Praktika für Mädchen im Sommer 2009 an

Wien - Das neue Projekt "Girls go University" soll gezielt Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Studienrichtungen begeistern. Im Rahmen von 100 bezahlten Sommerpraktika an drei kooperierenden Universitäten sollen 15- bis 18-jährige Schülerinnen Einblicke in traditionell männliche Fächer wie Informatik, Physik oder Maschinenbau erhalten. Die Initiative der Frauenförderungsorganisation abz*austria, die am Freitag präsentiert wurde, wird von der Stadt mit 200.000 Euro gefördert.

Starke Differenzen

Bei der Wahl vieler Studienrichtungen gebe es nach wie vor starke geschlechtsspezifische Differenzen, so Daniela Schallert, Geschäftsführerin von abz*austria. Während sich viele junge Frauen für geisteswissenschaftliche Fächer wie Psychologie oder Publizistik entscheiden würden, seien andere Betätigungsfeldern noch immer Männerdomänen. So war 2007 von den Studierenden der Technischen Universität (TU) nur rund ein Viertel weiblich.

Um diese Quote zu erhöhen, bieten neben der TU auch die Universität für Bodenkultur (BOKU) sowie die Uni Wien im Juli und August 2009 Praktika in einschlägigen Bereichen an. Sie sollen Lust auf Technik und Naturwissenschaften machen und durch "praktisches Tun" Hemmnisse und Unsicherheiten abbauen, hieß es. Konkret werden die Praktikantinnen Einblicke in den Uni-Alltag bekommen, im Kontakt mit Professoren und Assistenten die jeweiligen Berufsbilder kennen lernen und beispielsweise im Labor oder in der Recherche aktiv bei der Forschungsarbeit mithelfen.

Persönlicher Coach

Angedacht sind zudem Exkursionen zu Sternwarten, zum Vienna Open Lab, dem Campus Vienna Biocenter, aber auch in privatwirtschaftliche Unternehmen. Während der Schnupperzeit steht jeder Praktikantin ein persönlicher Coach zur Verfügung. Diese sozialpädagogische Begleitung sei wichtig, um etwaige Probleme und Hindernisse aufzuarbeiten, so Schallert.

"Vorhandenes Potenzial brachliegen zu lassen wäre unintelligent", erklärte Wiens Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner. "Girls go University" leiste deshalb auch einen Beitrag zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Bundeshauptstadt, was besonders in Zeiten der aktuellen Finanzmarktkrise wichtig sei.

Angesprochen werden alle Schülerinnen von allgemein- und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, die das 15. Lebensjahr vollendet und die zehnte Schulstufe absolviert haben. In den nächsten Monaten werden Folder und Postkarten aufgelegt, die über die Aktion informieren. Zugleich wollen die Initiatoren in Zusammenarbeit mit dem Stadtschulrat auch direkt mit Schulen in Kontakt treten, wurde heute in Aussicht gestellt. (APA)

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    15- bis 18-jährige Schülerinnen sollen Einblicke in traditionell männliche Fächer wie Informatik, Physik oder Maschinenbau erhalten.

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