Finanzkrise - Beko-Chef: Kleine IT-Firmen haben Finanzierungsprobleme

21. November 2008, 12:16
posten

Peter Kotauczek: Konsolidierungsdruck wird sich 2009 erhöhen - Banken brechen als Kunden weg - Beko Holding wird 2009 organisch wahrscheinlich nicht wachsen

Auch wenn es die österreichische IT-Branche nicht zugeben will, dürfte die Finanzkrise nicht spurlos an ihr vorübergehen. Die rund 20.000 österreichischen kleinen IT-Firmen "haben schon jetzt Finanzierungsprobleme", sagte Peter Kotauczek, Chef der IT-Beteiligungsgesellschaft Beko Holding AG, am Donnerstagabend am Rande des vierteljährlichen Branchentalks der Österreichischen Software Industrie (VÖSI). Vor allem die Banken brechen als Kunden weg, weil diese ihre eigenen IT-Abteilungen "bevorzugt behandeln", befürchtet der VÖSI-Präsident.

"Je hardwarelastiger, desto mehr werden sie bluten"

Durch die Turbulenzen am Kapitalmarkt und werden viele Unternehmen auch bei Computern und EDV-Zubehör sparen. Für heimische IT-Firmen bedeute das nichts Gutes: "Je hardwarelastiger, desto mehr werden sie bluten", so Kotauczek im APA-Gespräch. Als Krisenprofiteure könnten hingegen Unternehmen, die im Wartungsbereich tätig sind, hervorgehen.

Im kommenden Jahr werde der österreichische IT-Sektor zwar nicht schrumpfen, es werde jedoch dramatische Veränderungen geben. "Der Konsolidierungsdruck wird stärker", meinte Kotauczek. Der Investor Stefan Pierer, der über die Cross Industries AG fast 48 Prozent an Kotauczeks Beko hält, strebe eine "große IT-Lösung" an.

"Optisch"

Für die Beko selbst sei es ein Glücksfall, dass sie ihre Ex-Konkurrentin Brain Force genau in der Finanzkrise konsolidiert hat. "Optisch" werde die Beko 2009 wachsen, im organischen Bereich rechnet Kotauczek eher mit einer Stagnation. Am Mittwoch hatte die Beteiligungsgesellschaft ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2008 von 189 bis 190 Mio. Euro auf 215,5 bis 217,5 Mio. Euro und die Ebit-Erwartungen von 7,5 bis 8 Mio. Euro auf 8 bis 8,5 Mio. Euro erhöht.

Aufgrund der Finanzkrise werde auch Beko seine Kundenstruktur ändern. Firmen, die in die Defensive gehen, also weniger investieren, werde die Beko "absentieren" und sich dafür verstärkt auf die restlichen Kunden konzentrieren. In Österreich seien Unternehmen, die die IT als Ausweg aus der Krise nutzen, "leider" in der Minderheit. Dies werde die Beko im Ausland kompensieren. (APA9

 

Share if you care.