Verkauf des Wiener Palais Auersperg gerät ins Wanken

21. November 2008, 11:39
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Mit der Veräußerung stehe man hinter dem Zeitplan. Es gibt drei Interessenten für das 33-Millionen-Euro-Objekt

Wien- Die weltweite Finanzkrise bringt auch den geplanten Verkauf des Wiener Prunkpalais Auersperg ins Wanken. Eigentlich hätte bereits Anfang November der Käufer für die Immobilie unweit der Ringstraße feststehen sollen, deren Richtpreis sich auf 33 Mio. Euro beläuft. Das Interesse war jedoch geringer als erhofft. In jedem Fall solle noch heuer entschieden werden, an wen das Palais veräußert wird - oder ob der Verkauf abgeblasen wird, so Berndt Kretschmer vom Salzburger Immobilientreuhänder Stiller & Hohla.

"Wir hatten einen ziemlich strengen Zeitplan - nicht wissend, was kommen wird", begründete er die Verzögerung mit den Kalamitäten der Finanzmärkte. Nun sei das Verfahren als solches abgeschlossen, bei dem sich drei seriöse Interessenten herauskristallisiert hätten. Diese hätten ihre Vorstellungen definiert, aber noch kein schriftliches Angebot eingereicht.

Dementsprechend gebe es bei den finanziellen Details bisher keine Festlegung. "Ein Preis über dem Richtwert ist immer noch im Bereich des Möglichen", unterstrich Kretschmer.

Bei den Interessenten - deren Identität geheim gehalten wird - handle es sich nicht um Versicherungen oder Hotelkonzerne, sondern um Unternehmen, hinter denen jeweils herausragende Einzelpersonen stünden. Damit sei klar, dass sich keine Hotellerie im Auersperg ansiedeln werde.

Derzeit werde mit den Bietern noch über die genauen Bedingungen verhandelt. Die Entscheidung ob und gegebenenfalls an wen verkauft wird, sollte dann bis spätestens Mitte Dezember fallen, so Kretschmer.

Zu dem 302 Jahre alten Palais Auersperg gehören auch ein 6.000 Quadratmeter großer Park und eine Orangerie, was eine Gesamtgröße von 9.337 Quadratmeter ergibt. Eine sofortige Nutzung der Räumlichkeiten wird allerdings schwierig, zumal ein Teil des Palais unbefristet vermietet ist.

Der Verkauf wird in Form eines "Share Deals" abgewickelt, bei dem die Kaufinteressenten ein Angebot zum Erwerb der Gesellschaftsanteile an der Auersperg Real Estate GmbH abgeben mussten, wobei die Angebotsfrist am 29. Oktober endete. Die jetzigen Besitzer, zwei in Liechtenstein ansässige Firmen im Eigentum von EU-Bürgern, hatten ursprünglich geplant, sich Anfang November auf einen Käufer festzulegen. (APA)

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