Zeitung: Öcalan soll auf Gefängnisinsel bald Gesellschaft bekommen

21. November 2008, 11:27
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Inhaftierter PKK-Chef sitzt seit 1999 in Haft - Justizminister will Bericht weder bestätigen noch dementieren

Istanbul - Der inhaftierte Chef der kurdischen Rebellengruppe PKK, Abdullah Öcalan, soll auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali bei Istanbul einem Zeitungsbericht zufolge bald Gesellschaft bekommen. Die Regierung wolle eine kleine Zahl von Häftlingen nach Imrali verlegen, damit Öcalan nicht mehr in völliger Isolation leben müsse, berichtete die englischsprachige "Hürriyet Daily News" am Freitag. Anlass für die Pläne waren demnach Warnungen von Experten des Europarats, dass Öcalan unter den Folgen seiner fast zehnjährigen Einzelhaft auf Imrali leide. Justizminister Mehmet Ali Sahin wollte den Bericht laut der Zeitung weder bestätigen noch dementieren.

Öcalan war im Februar 1999 in Kenia von türkischen Geheimagenten gefasst und nach Imrali gebracht worden, wo er wenig später zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Der Gründer und Chef der in der Türkei und großen Teilen der internationalen Gemeinschaft als Terrororganisation eingestuften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) genießt immer noch großes Ansehen in der kurdischen Bevölkerung. Berichte, nach denen der prominenteste Häftling der Türkei von seinen Wärtern misshandelt worden sei, hatten erst kürzlich gewalttätige Demonstrationen in der Kurdenregion ausgelöst. Eine Verlegung Öcalans in eine normale türkische Haftanstalt lehnt Ankara ab, weil die PKK in diesem Fall versuchen könnte, Öcalan zu befreien. (APA/AFP)

 

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