Christ Water rutscht tief in die Verlustzone

21. November 2008, 09:19
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Das Betriebsergebnis drehten in den ersten drei Quartalen in Minus, der Auftragseingang ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent eingebrochen

Wien - Der börsenotierte oberösterreichische Wasseraufbereiter Christ Water Technology hat in den ersten drei Quartalen 2008 eine kalte Dusche erhalten. Das operative Ergebnis der Gruppe drehte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von +5,8 Mio. auf -9,9 Mio. Euro. Der Auftragseingang brach um 30 Prozent auf 188,9 Mio. Euro ein. Zugelegt hat dafür der Umsatz - um 13 Prozent auf 225,2 Mio. Euro, geht aus der Ad-hoc-Mitteilung von heute, Freitag, hervor.

Mit einem Auftragseingang von 65,1 Mio. Euro im Quartal wurde ein durchschnittlicher Wert erreicht, womit sich die neuen Aufträge in den ersten neun Monaten auf 188,9 Mio. Euro belaufen. Zum Vorjahr ergibt dies einen Rückgang von 30 Prozent, was sich im Rückzug aus unprofitablen Kraftwerksprojekten und dem großen Auftrag im Bereich Meerwasserentsalzung im August 2007 erkläre. Das Auftragsbuch in Höhe von 192,3 Mio. Euro lag um 24 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel bis September auf -3,3 Mio. Euro. Negative Effekte des Kraftwerkgeschäfts und der Cleanup-Kosten belasteten das EBIT dabei mit insgesamt -16,6 Mio. Euro. Davon belaufen sich die Verluste im Kraftwerksgeschäft auf -9,8 Mio. Euro, die Kosten für Restrukturierung, Projektabschluss von inaktiven Projekten hauptsächlich in der Food & Beverage Division lagen bei 6,8 Mio. Euro.

Der Umsatzzuwachs sei hauptsächlich bedingt durch die "Pharma & Life Science"-Division mit dem Einbezug der Zeta-Gruppe. "Auf Basis des bestehenden Auftragsbuchs und gemäß unserer Markteinschätzung erwarten wir für das Gesamtjahr einen Umsatz von rund 300 Mio. Euro, sagte CEO Malek Salamor.

Negatives Nettofinanzergebnis

Die gesunden Geschäfte der Bereiche Pharma & Life Science, Microelectronics, Process Water & Reuse und Municipal Water Treatment erreichten ein Clean-EBIT von Euro +6,7 Mio. in den ersten drei Quartalen. Unter Einbezug aller negativen Effekte in den Bereichen Power und Food & Beverage belief sich das isolierte Q3-EBIT auf -13,4 Mio. Euro (Vorjahr: +1,8 Mio. Euro).

Das Nettofinanzergebnis sank den Unternehmensangaben zufolge auf -2,1 Mio. Euro, das Vorsteuerergebnis lag bei -12,0 Mio. Euro. Aufgrund einer positiven Steuerrate aus rentablen Geschäften und Steuerlatenzen erreichte das kumulierte Nettoergebnis -14,0 Mio. Euro für die Periode bis Ende September 2008.

Der operative Cash-Flow war doppelt so negativ wie letztes Jahr - er lag bei -14,4 Mio. Euro (Vorjahr: -7,1 Mio. Euro) als Ergebnis der Verluste und der Finanzierung des Umlaufvermögens hauptsächlich im Kommunalgeschäft. Die Nettoverschuldung wuchs auf 71,1 Mio. Euro (versus 42,2 Mio. Euro zum 31. Dezember 2007). Der überwiegende Teil sei langfristig durch die 50-Mio.-Euro-Anleihe finanziert (fällig im Jahr 2013, 5,25 Prozent Kupon). Daneben bestehende kurzfristige Linien zur Ergänzung der Working-Capital-Finanzierung. Das Eigenkapital der Gruppe verringerte sich auf 50,8 Mio. Euro oder 21,9 Prozent der Bilanzsumme.

Für das laufende vierte Quartal liegt der Management-Fokus auf der Stabilisierung der Ergebnisse und der Risikosituation und in der Schaffung der Voraussetzungen für eine positive Entwicklung im Jahr 2009. Wir haben einen rigorosen Kostensenkungs- und Strukturverbesserungsplan für die gesamte Gruppe in Umsetzung. (APA)

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