Private deutsche Radiosender fordern Digitalisierungsfonds

20. November 2008, 22:13
posten

Und beklagen Ungleichbehandlung mit den öffentlich-rechtlichen Konkurrenten

Die privaten deutschen Radiosender wollen die Kosten für die Digitalisierung der Übertragungstechnik
nicht allein tragen und beklagen eine Ungleichbehandlung mit den öffentlich-rechtlichen Konkurrenten. Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) schlug am Donnerstag in Frankfurt am Main einen
Digitalisierungsfonds vor. Finanziert werden könnte dieser laut VPRT aus öffentlichen Geldern oder aus Erlösen einer Privatisierung der öffentlich-rechtlichen Sendernetze.

"Die privaten Radios sind nicht bereit, alleine das Risiko für die Digitalisierung zu tragen", so VPRT- Vizepräsident Hans-Dieter Hillmoth (Radio/Tele FFH) betonte auf der Mitgliederversammlung. "Weder Endgerätehersteller noch Netzbetreiber sind derzeit bereit, sich an den Anfangsinvestitionen zu beteiligen, und die öffentlich-rechtlichen Kollegen würden aus dem Gebührentopf gespeist." Für die privaten Radios könne es keine Alternative sein, sich über die öffentlich-rechtlichen Sendernetze verbreiten zu lassen.

Eine bundesweite, flächendeckende digitale Radioprogrammverbreitung kostet laut VPRT rund zwei Millionen Euro pro Jahr und pro Programm. "Diese Kostendimension ist für private Radios ohne entsprechende Mehrerlöse nicht tragbar", sagte Hillmoth. (APA/AP)

Share if you care.