Nur zwei Zellen steuern Ringelwurmlarven

20. November 2008, 20:02
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Deutsches Forschungsteam hat "Ur-Augen" von Zooplanktonlarven enträtselt

Zooplanktonlarven können mit primitivsten "Ur-Augen" aus nur zwei Zellen schon hell und dunkel unterscheiden. Wie die Larven des Ringelwurms Platynereis dumerilii, die nur 50 Mikrometer groß sind, das schaffen, hat ein deutsches Forschungsteam aus Tübingen und Heidelberg aufgeklärt und im Journal "Nature" (Bd. 456, S. 395) beschrieben. Schon die ersten Organismen in der Evolutionsgeschichte dürften dank der "Ur-Augen", die sich heute noch bei vielen Larven wirbelloser Meerestiere finden, hell und dunkel unterschieden haben.

Das Team um Detlev Arendt und François Nédélec fand heraus, dass Augenzellen und Wimpernzellen direkt verbunden sind. Fängt die Augenzelle Licht ein, sendet sie über den Nervenstrang ein Signal an die Wimpern, die daraufhin ihre Schlagfrequenz verändern und die Larve in Richtung Licht schwimmen lassen (sogenannte Phototaxis), schreiben die Forscher. So lassen sich zwar keine Objekte erkennen, aber das Schwimmen zum Licht und damit der Meeresoberfläche ist für den Fortbestand der Ringelwürmer entscheidend, werden die Larven doch durch die Wellen an der Oberfläche weiträumig verteilt. (red)

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