Zum Abschied gibt es Kekse

20. November 2008, 19:01
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Von Mexiko über Wieselburg bis Wels: Die scheidenden Regierungsmitglieder machen sich im Endspurt keinen Stress

Wien - Die Koalitionsverhandlungen nähern sich dem Finale, die Neuauflage von Rot-Schwarz scheint nur noch eine Frage von Tagen zu sein. Doch was machen eigentlich die scheidenden Minister und Kanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ), die bis zur Angelobung der nächsten Regierung noch in Amt und Würden sind? Ein Blick in die offiziellen Terminkalender verrät, dass man es in den letzten Amtstagen recht gemächlich angeht.

Eine Reise nach Mexiko

Kanzler Alfred Gusenbauer etwa weilt zurzeit im sonnigen Mexiko bei einem Treffen der Sozialistischen Internationale. Nach seiner Rückkehr am Freitag nimmt er sich dann Zeit für einen kleinen Abstecher in die Heimat. Vor dem Absolventenverein des Gymnasiums Wieselburg berichtet er als ehemaliger Schulsprecher von seiner Zeit als wichtigster Mann im Staat und seinem Verhältnis zur Macht. Auch für kommenden Mittwoch ist eine Diskussionsrunde geplant: Kanzler Gusenbauer spricht in der Standard-Gesprächsreihe "Zukunft am Wort" im Wiener Museumsquartier mit Jugendlichen über das Thema "Traumjob Bundeskanzler?" . Die Führung der Amtsgeschäfte bestehe aber natürlich nicht nur aus PR-Terminen, betont man im Bundeskanzleramt. Gusenbauer habe daneben noch "eine Reihe von internen Meetings" , zu denen man allerdings keine genauere Auskunft geben könne.

Eher gemächlich geht es in ihren letzten Amtstagen auch Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) an. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Kairo, wo Kdolsky Anfang der Woche an einer Konferenz der Gesundheitsminister der Europa-Mittelmeerpartnerschaft teilnahm, fährt sie kommenden Montag auf Einladung des Hilfswerks zum Weihnachtskekse-Backen nach Eisenstadt.
Als nächster wichtiger Termin ist für Dienstag die Bilanztagung "Was wurde erreicht? Was bleibt zu tun?" im Ministerium anberaumt. Dort will Kdolsky ein Resümee über ihre Amtszeit ziehen. Neben den medienöffentlichen Auftritten habe die Gesundheitsministerin aber noch "etliche Bürotermine und Besprechungen" , versichert ihre Pressesprecherin dem Standard .

Nicht allzu umtriebig zeigte sich in den vergangen Tagen Sozialminister Erwin Buchinger. Am Montag veranstaltete das Sozialministerium den ersten österreichweiten "Boys' Day" , bei dem Buchinger jungen Männern Erziehungs- und Pflegebe-rufe schmackhaft machen wollte. Der nächste medienöffentliche Termin stand dann erst wieder am Donnerstag auf dem Programm. Buchinger hielt bei der Veranstaltung "Perspektiven europäischer Stadtpolitik, die Zukunft des Alterns" im Wiener Rathaus die Eröffnungsrede.

Ein Auftritt in Wels

Justizministerin Maria Berger (SPÖ), die der künftigen Regierung dem Vernehmen nach ebenfalls nicht mehr angehören wird, hielt am Montag die Eröffnungsrede bei einer Gedenkveranstaltung in Schloss Hartheim bei Linz. Heute, Freitag, weilt die Justizministerin in Wels, wo sie an einer Konferenz der SPÖ-Stadtorganisation teilnimmt.
In der nächsten Woche kommen auf alle noch amtierenden Regierungsmitglieder jedenfalls zwei absolute Pflichttermine zu: zum einen die von der Opposition einberufene Sondersitzung des Nationalrats am Dienstag und zum anderen der Ministerrat am Mittwoch. (Katharina Weißinger/DER STANDARD-Printausgabe, 21. November 2008)

 

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