Antisemitische Parolen in Split

20. November 2008, 17:42
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Hajduks Wunschtrainer Grant ist in der Adria-Stadt nicht willkommen - Ex-Chelsea-Coach Konkurrent von Kranjcar und Jurcevic

Split/Wien - Die Fußballfans in Kroatien sind wieder einmal unangenehm aufgefallen. Laut kroatischen Medienberichten wurden in der Adria-Hafenstadt Split Hauswände mit antisemitischen Parolen besprüht. Die Zeitung "Jutarnji list" veröffentlichte das Bild eines Graffito mit der Aufschrift "Avram Grant - Jüdische Scheiße". Der israelische Ex-Trainer von Chelsea London ist bei Hajduk Split als Trainer im Gespräch.

Grant gilt als Wunschkandidat von Club-Präsident Mate Peros. Hajduk ist wegen seiner heißblütigen Fangruppe "Torcida" berüchtigt. Allerdings wurde der Verein auch schon mehrmals wegen rassistischer Ausfälle seiner Anhänger bestraft.

Am Donnerstag war Grant an sich in Split erwartet worden, er sagte seinen angekündigten Besuch jedoch ab. Allerdings wird der 53-Jährige nach wie vor als möglicher Coach des Traditionsclubs gehandelt. Eine wichtige Vermittlerposition nimmt dabei der frühere kroatische Teamspieler Giovanni Rosso ein, der mit Grant seit gemeinsamen Zeiten bei Maccabi Haifa eng befreundet ist. Der Ex-Teamchef Israels war Ende Mai drei Tage nach der Finalniederlage in der Champions League gegen Manchester United von Chelsea gefeuert worden.

Peros hat Grant angeblich ein Angebot unterbreitet, das ein Jahresfixum in Höhe von einer Million Euro pro Jahr inkludiert. Hajduk Split ist seit einigen Wochen eine Aktiengesellschaft (Gesamtwert 81 Mio. Kuna/11,29 Mio. Euro), auch Ministerpräsident Ivo Sanader von der national-konservativen HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) ist in Besitz von Clubanteilen.

Neben Grant sind auch die ehemaligen Rapid- und Austria-Salzburg-Legionäre Zlatko Kranjcar und Nikola Jurcevic in den Kampf um den Trainerposten bei Hajduk involviert. Sollte sich der geplante Deal mit Grant zerschlagen, dürfte laut kroatischen Medien Kranjcar (52) erster Anwärter auf den vakanten Trainerposten sein.

"Zizo" Kranjcar war zuletzt bei NK Rijeka im Gespräch gewesen, er kam aber nicht zum Zug. In der vergangenen Saison hatte der Ex-Teamchef Kroatiens den Zagreber Vorstadtclub Croatia Sesvete in die erste Liga geführt, im Sommer kam es aber zur Trennung.

Ernsthafte Chancen in Split werden aber auch Nikola Jurcevic (42) eingeräumt. Die Trainerkarriere von Jurcevic führte bisher von Dinamo Zagreb über Austria Salzburg und Slaven Belupo Koprivnica zum Posten des Teamchef-Assistenten im kroatischen Nationalteam. (APA)

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