2,3 offene Lehrstellen für jeden Suchenden

20. November 2008, 15:32
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18. Berufsinformationsmesse "bim" in Salzburg eröffnet: Laut Initiatoren ist das Land Spitzenreiter im Bereich Lehre

Salzburg - Rund 220 Aussteller bieten auf der 18. Berufsinformationsmesse "bim" im Salzburger Messezentrum von heute, Donnerstag, bis einschließlich Sonntag jungen Menschen eine Orientierungshilfe für das Bildungsangebot in Salzburg und im benachbarten Bayern. Jobangebote gibt es offenbar genug: Auf jeden Lehrstellensuchenden kommen 2,3 offene Lehrstellen. Auch die Universität Salzburg wirbt mit Studienfächern, die gute Arbeitsplatzchancen versprechen - wie zum Beispiel das Geologiestudium.

"Jahr der Lehre"

Der Salzburger Wirtschaftskammerpräsident Julius Schmalz wies bei einer Pressekonferenz am heutigen Eröffnungstag darauf hin, dass sich der Lehrstellenmarkt in Salzburg gedreht hat: Früher gab es zu wenig Lehrstellen, "so suchen jetzt umgekehrt mehr und mehr Betriebe geeignete junge Leute". Nach Angaben des AMS waren in den ersten drei Quartalen dieses Jahres im Schnitt 617 Lehrstellen unbesetzt, denen 265 Lehrstellensuchende gegenüberstanden. Offene Stellen gebe es quer durch alle Branchen - von der Technik bis zur Dienstleistung.

Für Salzburg sei 2008 das "Jahr der Lehre" schlechthin, angefangen mit dem Lehrlingsförderungspaket "Lehre.Fördern" über das erfolgreich gestartete Projekt "Lehre mit Matura" bis hin zur Förderung von "Ausbildungsverbünden", betonte Schmalz. Mit einem Anteil von 52,1 Prozent am jeweiligen Schulabgängerjahrgang sei Salzburg Spitzenreiter im Bereich der Lehre (Österreich: 43,2 Prozent). Ende Oktober 2008 wurden bereits 10.829 Lehrlinge gezählt (plus 0,4 Prozent gegenüber 2007).

Hohe Ausbildungsbereitschaft

Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe liege in Salzburg höher als in anderen Bundesländern, betonte Anton Költringer, stellvertretender Landesgeschäftsführer des AMS Salzburg. Ein Überhang im Lehrstellenangebot bestehe im Gastgewerbe. Zudem ändere sich die traditionelle Berufswahl von Mädchen und Burschen nur marginal, obwohl man versuche, junge Frauen für technische Bereiche zu gewinnen. Aber auch bei den Lehrstellensuchenden würden die Zahlen steigen, als Grund dafür nannte Költringer u.a. Schulabbrecher und den Migrationshintergrund. Jährlich stünden 360 Plätze für schwächere Jugendliche zur Verfügung.

Auf der "bim" - erwartet werden 22.000 Besucher - sind diesmal auch Aussteller vertreten, die Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Integration für junge Menschen mit Behinderungen aufzeigen, sagte Sozial-Landesrätin Erika Scharer (SPÖ). Um die Fachkräfteausbildung weiterhin zu forcieren, stellt das Land den Unternehmen unter den gleichen Förderbedingungen wie jene des Bundes ebenfalls bis zu 1.000 Euro pro Lehrling für Ausbildungsmaßnahmen zur Verfügung, die nicht im eigenen Betrieb durchgeführt werden, erinnerte Scharer.

"Wir brauchen handwerkliche Fähigkeiten, der Leberkas' und die Semmeln kommen nicht durchs Internet. In der Hauptschule ist die größte Bandbreite dieser Fähigkeiten vorhanden", gab EuRegio-Vizepräsident Hermann Steinmaßl zu bedenken. Das Interesse der südbayerischen Schüler an der bim sei groß, im Vorjahr kamen 20 Prozent der Messebesucher aus dem Nachbarland, so Steinmaßl. (APA)

 

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    grafik: bim
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