Bilanz 2008: WM-Zug schon abgefahren

20. November 2008, 14:09
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ÖFB-Team schaffte nur 2 Siege in 13 Länderspielen

Wien - Mit zwei freundschaftlichen Heimniederlagen (0:3 Deutschland, 3:4 gegen die Niederlande) begann das Länderspieljahr 2008 für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft mit den erwarteten Schlappen, auch wenn es jeweils in Hälfte eins durchaus auch Positives zu registrieren gab. Mit zwei Niederlagen im Wiener Ernst Happel-Stadion endete es schließlich auch. Das Duell mit Serbien ging 1:3 verloren und damit wohl auch schon die Chance auf die WM-Endrunde 2010 in Südafrika.

Zum Ausklang setzte es am Mittwoch gegen die Türkei freundschaftlich eine 2:4-Schlappe, womit die traurige Jahresbilanz von nur 2 Siegen (Malta 5:1 und Frankreich 3:1) bei 4 Remis und 7 Niederlagen in 13 Begegnungen perfekt war. Aber das war ja nur die Fortsetzung des vorangegangenen Jahres, als in zwölf Spielen ein einziger Sieg (das 3:2 in Innsbruck gegen die Elfenbeinküste) bei sechs Remis und fünf Niederlagen gelang. Vor jenem Match hatte das ÖFB-Team neun Spiele in Folge nicht gewonnen, womit der Negativrekord aus der Saison 1973/74 egalisiert worden war.

Die zwei Saisonsiege 2008 verteilen sich gleichmäßig auf die Teamchefs. Die Elf von Josef Hickersberger fertigte in Graz am 30. Mai in Graz Malta mit 5:1 ab, der Stellenwert von Karel Brückners 3:1 in einem WM-Qualifikationsspiel am 6. September in Wien gegen Vize-Weltmeister Frankreich hatte da natürlich schon einen anderen Stellenwert.

In dieser Partie spielten die Heimischen endlich einmal enorm effektiv und hatten auch das Glück auf ihrer Seite, was vor allem in den EM-Duellen mit Kroatien (0:1), Polen (1:1) und Deutschland (0:1) gefehlt hatte. In diesen Spielen trumpften die rot-weiß-roten Kicker teilweise mit für österreichische Verhältnisse schwungvollem Angriffsfußball auf, doch vermisste man im Abschluss einfach die notwendige Klasse, um daraus Kapital zu schlagen.

Mit der EM war (aus eigenem Wunsch) auch die Teamchef-Ära zwei von Hickersberger beendet, der das Jahr mit sieben Spielen, einem Sieg, zwei Remis und vier Niederlagen (Torverhältnis 10:12) abschloss und auf eine Gesamtbilanz von 27 Spielen (5-9-13/29:39 Tore kam. Zusammen mit der Ära eins ergibt dies 15 Siege, 16 Remis und 25 Niederlagen in 56 Spielen , aber immerhin auch die WM-Teilnahme 1990.

Hickersberger-Nachfolger Brückner begann mit einem 2:2 in Nizza gegen Italien, ehe das 3:1 gegen die Franzosen folgte. Die Fortsetzung war dann aber durchwegs unerfreulich und somit auch seine Bilanz mit nur einem Sieg bei zwei Remis und drei Niederlagen in sechs Spielen. Vor allem aber bleibt die ernüchternde Tatsache, dass von dem Zug zur WM-Endrunde nur noch die Schlusslichter zu sehen sind. (APA)

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