Rasche Behandlung rettet HIV-infizierte Babys

20. November 2008, 13:46
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Warten auf Symptome verringert Überlebenschancen - Sterberisiko durch Aids kann um 76 Prozent verringert werden

Bethesda  - Eine rasche Behandlung von HIV-infizierten Babys kann deren Sterbe- und Erkrankungsrisiko drastisch senken. Zu diesem Ergebnis ist eine internationale Studie gekommen, welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu brachte, ihre Richtlinien zu ändern. Bisher wurde empfohlen, mit der Behandlung zu warten, bis Symptome sichtbar werden. Die Studie wies nun nach, dass die Verabreichung der antiretroviralen Therapie (ART) direkt nach der Diagnose das Sterberisiko durch Aids um 76 Prozent verringern kann. Details der Studie wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Sterberisiko durch Infektion bei vier Prozent

Die Studie mit 377 südafrikanischen HIV-positiven Babys wies nach, dass die Behandlung direkt nach der Diagnose das Sterberisiko durch die Infektion auf nur vier Prozent senkte. Eine Verzögerung der Behandlung, bis die Werte der CD4-Zellen zu fallen begannen oder sich andere Symptome zeigten, erhöhten diesen Wert auf 16 Prozent. Die sofortige Behandlung verringerte auch die Wahrscheinlichkeit des Fortschreitens der Krankheit um messbare 75 Prozent - von 26 auf sechs Prozent. Diese Studienergebnisse waren so eindeutig, dass die Behandlung aller Kinder bereits im Anfangsstadium der Studie entsprechend angepasst wurde.

Schneller Krankheitsverlauf

Laut der leitenden Wissenschaftlerin Avy Violari vom Comprehensive International Program of Research on Aids (CIPRA-SA)  bestätigen diese Forschungsergebnisse, dass es keine zuverlässige Möglichkeit der Vorhersage des Krankheitsverlaufes bei so kleinen Kindern gebe. "Die CD4-Werte sagen uns nicht mit ausreichender Genauigkeit, ob ein Kind unter einem Jahr krank werden wird." Alarmierend sei vor allem das schnelle Fortschreiten der Krankheit gewesen. Noch am Morgen habe es Kindern gut gehen können, dann wurden sie plötzlich krank und starben bereits am selben Abend. Manche schafften es laut BBC nicht einmal mehr bis ins Krankenhaus. (pte)

 

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