Prostituiertenmord in Traisen: Täter nicht zurechnungsfähig

20. November 2008, 13:41
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26-Jähriger stach achtmal auf Prostituierte ein - Staatsanwaltschaft: Opfer wurde regelrecht abgeschlacht - 26-Jähriger wurde in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen

St. Pölten - Ein 26-jähriger Mann wurde wegen eines Mordes an einer 25-jährigen Prostituierten am 5. April in einem Bordell in Traisen am Donnerstag im Landesgericht St. Pölten schuldig gesprochen. Der Mann wurde als nicht zurechnungsfähig eingestuft, da er an paranoider Schizophrenie mit hochgradig seelischer Abartigkeit leidet. Laut psychiatrischem Gutachten wurde er als gefährlich eingestuft. Das Urteil ist rechtskräftig. Der 26-Jährige wurde in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

Der gebürtige St. Pöltner, der in seiner Jugend mit Alkohol, Drogen und Kleinkriminalität in Kontakt kam, war wegen psychischer Probleme mehrmals in ärztlicher Behandlung. Er wurde nach längerem Krankenstand gekündigt und war zum Zeitpunkt der Tat ohne Beschäftigung.

Den 4. April verbrachte er in schlechter Stimmung in seiner Wohnung in Traisen und suchte abends eine Pizzeria auf. Dann ging er heim, steckte Messer und Wurfsterne ein und hob Geld ab, ehe er um Mitternacht in das Bordell ging. Ohne viel zu sprechen, deutete er auf ein Mädchen - sein späteres Opfer. Er bestellte Getränke und begab sich kurz darauf mit der Rumänin in ein Zimmer, wo er achtmal auf ihren Oberkörper einstach. Die 25-Jährige versuchte vergeblich, die Angriffe abzuwehren.

Durch die Hilfeschreie der Prostituierten rannte eine Kollegin ins Zimmer, worauf der Täter flüchtete. Die Staatsanwaltschaft stellte fest: "Das Opfer wurde regelrecht abgeschlacht". Das Opfer verblutete kurz darauf. Auf der Straße schleuderte der Mann noch ein Messer und Wurfsterne gegen die ihn verfolgenden Polizeibeamten, ehe er nach einem Schuss ins Bein überwältigt wurde.

Er habe damals 24 Stunden am Tag Stimmen gehört, die ihn manipulierten, sagte der Angeklagte. An die Bluttat konnte er sich nicht erinnern. Es sei ihm schlecht gegangen zu dieser Zeit, er war einsam, hatte keine Freundin, keine Arbeit, nahm Medikamente. Derzeit ist der 26-Jährige im Landesklinikum Mauer-Amstetten untergebracht und bekommt Medikamente - die Stimme höre er jetzt nicht mehr. Zum Zeitpunkt der Tat hatte er rund 1,3 Promille. (APA)

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