"Wellness Skull" am Wiener Karlsplatz eröffnet

20. November 2008, 13:05
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Überdimensionale Totenkopfskulptur mit eingebauter Sauna im Rahmen von Kunst im öffentlichen Raum

Wien - Am Wiener Karlsplatz gibt es nun eine exzentrische  Möglichkeit, sich zu entspannen: In einem überdimensionalen Totenkopf ist ein vollfunktionsfähiges Wellness-Center, u.a. mit Sauna, Whirlpool und Dusche, zu finden. Die Kunstinstallation "Wellness Skull" des niederländischen Künstlers Joep van Lieshout wurde am Mittwochabend offiziell eröffnet. Das Projekt im Rahmen von Kunst im öffentlichen Raum (KÖR) passe "sehr gut zu Wien, wo der Tod sehr lebendig ist", kommentierte van Lieshout.

Weißer Dampf strömt aus den Augen des Totenkopfes, wenn die Sauna aktiv ist (jeden ersten Samstag im Monat bzw. nach telefonischer Anmeldung). An seinem linken Kiefer fließt Wasser aus einer Dusche, und unten, beim Halsansatz, ist eine kleiner Verschlag, in dem eine sehr gemütlich aussehende Badewanne zu finden ist.

Lieshout hat bereits zuvor überdimensionale menschliche Körperteile neuen Bestimmungen zugeführt: Die "Bikini Bar" besteht aus einem liegenden weiblichen Torso, und die Namen der Installationen "Bar Rectum" und "Wombhouse" lassen Schlüsse auf deren Gestaltung zu. Letztendlich gehe es bei seinem Schaffen "um den Menschen", sagte MAK-Kuratorin Bettina Busse. Für den Chef der Kunsthalle Wien, Gerald Matt, ist der Totenkopf ein "wunderbar ironisches Statement zur Endlichkeit des Seins". Die westliche Gesellschaft habe den Tod aus ihrem Zentrum verbannt, sagte Matt, und sie suche im Wellness-Wahn das "ewige Leben". Tausende Menschen, die täglich den Verkehrsknotenpunkt in diversen Verkehrsmitteln überqueren, würden so bis 15. März 2009 "mit einem Tabu konfrontiert". (APA)

 

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    Joep van Lieshouts 'Wellness Skull'

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