Finanzkrise im Mittelpunkt des APEC-Gipfels

20. November 2008, 12:15
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Eines der Hauptthemen des Gipfels, der am Donnerstag mit einem abendlichen Empfang beginnen sollte, ist die Ausweitung des Freihandels

Lima - Der Kampf gegen die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise beherrscht auch die Beratungen des Gipfeltreffens des Forums der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (APEC). Eines der Hauptthemen des Gipfels, der am Donnerstag mit einem abendlichen Empfang beginnen sollte, ist die Ausweitung des Freihandels. Experten warnen, dass protektionistische Maßnahmen die Krise nur noch verschärfen würden. Ganz in diesem Sinne gaben Gastgeber Peru und China am Mittwochabend eine Einigung auf ein bilaterales Freihandelsabkommen bekannt.

Es ist bereits das zweite Abkommen Chinas in Lateinamerika, das damit seinen wirtschaftlichen Einfluss in der Region ausweiten kann. Schon 2005 wurde ein ähnlicher Vertrag mit Chile ausgehandelt. Der Handel mit Peru beschränkte sich bisher vor allem auf Rohstoffe, die China von dort bezieht. Das Handelsvolumen stieg von zwei Mrd. Dollar (1,58 Mrd. Euro) 2004 auf 5,5 Mrd. Dollar 2007. Das Abkommen soll in einigen Monaten unterzeichnet werden.

Stark gewachsen

China und Peru haben gemeinsam, dass ihre Wirtschaft in jüngster Zeit stark gewachsen ist, um 9,3 beziehungsweise 9,2 Prozent. Für 2009 wird aber angesichts der Krise ein Rückgang erwartet, der bei Peru stärker ausfallen dürfte als bei China.

Kritik an dem Abkommen, das von den Präsidenten Alan Garcia und Hu Jintao bekanntgegeben wurde, gab es von peruanischen Unternehmen, die befürchten, dass ihr Land von billigen chinesischen Importen überschwemmt wird und sie aus dem Markt gedrängt werden. "Sie können so billig produzieren, weil sie ihre Arbeiter nicht bezahlen", klagte der Oppositionsabgeordnete David Waisman, der besonders um die peruanische Textilindustrie fürchtet.

An der Konferenz der 21 APEC-Mitgliedsstaaten nehmen auch die USA, Russland und Japan teil. US-Präsident George W. Bush wird am Freitag in der peruanischen Hauptstadt erwartet. Es wird voraussichtlich seine letzte Auslandsreise als US-Präsident sein. Bush will bei der Zusammenkunft für eine enge Zusammenarbeit zur Bewältigung der weltweiten Finanzkrise werben.

Aus Washington verlautete, Bush wollte die APEC-Staaten in die Maßnahmen gegen die Finanzkrise, die von den USA ausging, einbinden. Auf dem Finanzgipfel in Washington wurden die Regierungen ermutigt, mehr zur Stimulierung der Wirtschaft zu unternehmen und die Regulierung der Finanzmärkte zu verbessern.(APA)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Perus Präsident Alan Garcia (li) und Chinass President Hu Jintao

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