Google siedelt Serverfarm in Oberösterreich an

20. November 2008, 11:06
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"Top Secret" war die einjährige Erkundungsmission des Internet-Konzerns in Kronstorf bei Linz - Spezialisten für Linux-Systeme gesucht

Google hat im oberösterreichischen Kronstorf an der Enns ein rund 75 Hektar großes Grundstück zum Bau einer Serverfarm gekauft. Der Onlinekonzern bestätigte damit einen Bericht des Standard und anderer Medien von Ende Mai diesen Jahres, als die "Kuh noch nicht im Stall war", wie es der Kronstorfer Bürgermeister damals auf Anfrage ausdrückte.

Kühl

Dem jetzigen Kauf gingen einjährige Gespräche mit dem Land Oberösterreich und der Gemeinde voraus, erklärte Google-Sprecher Kay Oberbeck dem Standard. Kronstorf würde die Voraussetzungen für die Ansiedlung einer Serverfarm hervorragend erfüllen. Eine besondere Anforderung ist ein hohes Maß an Energiesicherheit, vor allem um ganzjährig Kühlung zu gewährleisten; Kronstorf liegt bei zwei Wasserkraftwerken. Auch Fachpersonal sei in ausreichendem Maß in der Region rekrutierbar.

Boden- und Wasserproben

Die "Kuh" ist jedoch weiterhin noch nicht ganz im Stall: Denn erst mit dem Grundstückskauf können die Detailplanungen beginnen, erklärte der Google-Sprecher. Dazu gehören Boden- und Wasserproben, die Sicherstellung der Stromversorgung und die Errichtung von Infrastruktur wie Straßen und Datenleitungen. "Bis zur Inbetriebnahme können rund zwei Jahre vergehen", sagte Oberbeck.

Bei der Auswahl des jetzigen Standorts seien insgesamt zwölf europäische Länder in Betracht gezogen worden, hieß es auf einer Pressekonferenz des oberösterreichischen Landeshauptmanns Josef Pühringer. Fünf Bundesländer hätten Angebote gelegt, unter denen das oberösterreichische das Rennen machte.

Geheim

Details über die Leistung oder Ausstattung seiner Serverfarmen sind ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis von Google. Wie viele Standorte es gibt wird nicht bekannt gegeben, nur dass in Belgien und in South Carolina in den USA derzeit zwei Rechenzentren in Errichtung sind, wurde bestätigt. Serverfarmen sind äußerlich unspektakuläre, riesige Industriegebäude in der Größe mehrerer Fußballfelder (das 75-Hektar-Areal entspricht rund zehn Fußballfeldern), und haben einen Stromverbrauch, der dem von energieintensiven Industrien wie Aluminiumwerken nicht nachsteht. Google baut seine Rechner selbst zusammen, um eine höhere Energieeffizienz zu erreichen, erklärte Oberbeck.

Spezialisten für Linux-Systeme

Auch der Investitionsaufwand für die Serverfarm wird von Google nicht beziffert. Die Kosten für ein derzeit in Oklahoma gebautes Rechenzentrum werden von datacenterknowledge.com, einem Online-Fachmagazin, mit 600 Millionen Dollar (478 Mio. Euro) beziffert. Allerdings ist das Areal für die dortige Serverfarm mehr als viermal so groß wie das Grundstück in Kronstorf. Dass auch Google vor der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung nicht gefeit ist, zeigt der Umstand, dass die ursprünglich für 2009 geplante Fertigstellung des Datenzentrums in Oklahoma auf 2010 verschoben wurde.

In der Errichtungsphase würden rund 100 bis 200 Arbeitsplätze geschaffen, sagte Oberbeck; im Betrieb rechnet Google mit 50 neuen Stellen, die meisten davon Spezialisten für Linux-Systeme.

Partnerschaft

Google ist mit Oberösterreich seit längerem in einer Kooperation bei hoch auflösendem Kartenmaterial für Google Maps und Google Earth verbunden. Dabei stellt das Land dem Onlinekonzern eigene hochauflösende Luftbilder zur Verfügung, deren Schärfe ein vielfaches der zuvor verwendeten Satellitenbilder entspricht. Die Luftaufnahmen werden vor der Verwendung in sogenannte Orthobilder verwandelt: Mithilfe des Computers werden die Verzerrungen durch den Aufnahmewinkel herausgerechnet, damit es ein maßstabgetreues Abbild von oben gibt.

Das "Doris" genannte Programm (Digitales oö Raum-Informationssystem) bereitet Datenbanken des Landes für die Nutzung in Google-Programmen auf. So können beispielsweise sämtliche Almen des "Oberösterreichischen Almanachs" und alle Mostschänken virtuell und in 3-D besucht oder die Strecke des Linzer Marathons oder aller Radwanderwege inspiziert werden. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 21. November 2008)

 

 

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lessismore
21.12.2008 23:02
Beowulf, ..

heißt die Technologie. Sie kommt von der NASA und ist Open Source.

Jon Tomes
09.12.2008 20:23
Na endlich

haben wir auch im kleinen Österreich ein international interessantes Terrorziel. Die erste Atombombe auf Österreich fällt garantiert auf die neue CIA Expositur in Kronstorf. Delikates Detail am Rande: die Koordinaten für die Umprogrammierung der Marschflugkörper hat der Putin höchstpersönlich aus Google-Maps rausgegoogelt.

Touristisch könnte es allerdings interessant werden da Kronstorf nun aufsteigt in die Riege bekannter Städte wie Hiroshima und Nagasaki.

die_eidechse
12.12.2008 11:42

ihr ironisches posting ist in keinster weise lustig.

Antimonetarier 
23.11.2008 13:26
glückliche biobits

von freilandserverfarmen?

Katerle
23.11.2008 13:43
die kriegst

gerupft und ausgenommen....

Johann Friedrich Gotha
22.11.2008 17:46

Die sollen dort bleiben wo sie her kommen, wir leben hier gut mit unseren Bauern und Wirten mehr brauchen wir nicht.

Solche Konzerne sind nur hinter unseren Wasser her.

Flavius  
26.12.2008 22:57
Im OÖ Zentralraum

sind solche Bauern und Wirte (sic!) schon seit 50 Jahren in der Bedeutungslosigkeit uninteressant geworden.

Katerle
23.11.2008 13:44
Solang wir genug Wein

haben...

teh fonsi
22.11.2008 12:04
75 Hektar = 10 Fussballfelder?

Typische Größe Fussballfeld: 68m * 105m
= 7140 m^2

Hektar = 10 000 m^2
75 Hektar = 75 * 10000m^2
= 750 000 m^2

750000m^2 / 7140m^2 ~ 104 Fussballfelder

also knapp daneben ;)

phatsphere
23.11.2008 18:49

ja, genau quadratisch falsch 10->10^2.
typischer rechenfehler für einheiten mit flächen, willkommen in der ahs unterstufe.

Harbachoed K.
23.11.2008 22:42

was willst denn jetzt wieder?

Katerle
23.11.2008 13:45

spaßvogel, so was rechnet man im kopf und sagt: es paßt und ist anschaulich.

johann potakowskyj  
21.11.2008 14:07
ich hoffe

google ist klar, das wir biologische farmen bevorzugen ... und sie schauen werden, wenn die server frei herumlaiuen wollen.

es genügt nicht, wenn google alles abhören und datensammeln biofeedback nennt.

A. E. Neumann 
21.11.2008 21:04

Käfighaltung verboten. Quasi.

littleboyplopp.myblog.de
21.11.2008 13:38
Serverfarm

klingt richtig schnuckelig...kann ich mir dann im schutze der dunkelheit auch 1-3 server mitnehmen wie damals im kukerutzfeld? ;)

-e!-
22.11.2008 03:21

im kukeruzfeld standen server rum? brave new world! ;)

MacAllen Fine Oak
21.11.2008 13:31
Der DAtenkrake war halt die Fekter so symathisch

kleeklee
21.11.2008 13:18
Mal ne Frage

wozu streut Google seine Server,
nachdem sich im Netz Elektronen ja mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, wäre doch ein Serverstandort in Norwegen ideal, Wasserkraft ist dort in Massen, und genug Kälte zum kühlen auch.

Kräuterpfarrer Escobar
26.11.2008 19:29

Norwegen hat sich eh beworben, hätte aber darauf bestanden, dass sich die Niederlassung Gøøgle nennt.

phatsphere
23.11.2008 18:52

es wird sie schockieren, aber sogar bei sehr starken strömen breiten sich elektronen nur mit ein paar zentimeter pro sekunde im kabel aus. was zählt ist die geschwindigkeit der informationsübertragung. das ist was anderes. und weltweit verteilte datennetze sind notwendig, weil das internet auch ein netz und kein zentralisierter stern ist.

Harbachoed K.
23.11.2008 22:44
notwendig ists nicht,

doch äusserst hilfreich. faktisch gings auch mit einem server.

gutartiger Bösmensch
22.11.2008 08:20
Elektronen

breiten sich nicht mit Lichtgeschwindigkeit aus.

Allerdings ist hier der Engpass eher die Leitungskapazität und vor allem die Latenz des Signals. Wer schon mal Fernwartung von Österreich auf die andere Seite der Weltkugel machen durfte weiß wovon ich rede.

Andreas Prucha
21.11.2008 21:24

Leitungskapazitäten sind aber nicht unbegrenzt.

ibins daheini
21.11.2008 19:41

nachrichten.at lesen

bruno bruno
21.11.2008 13:12
Und wie schaut das Angebot aus?

Fünf Bundesländer hätten Angebote gelegt, unter denen das oberösterreichische das Rennen machte.

Ich würde gerne wissen was da Angeboten wurde. Landeszuschuß vielleicht?

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