Mozilla zieht Bilanz: 72 Millionen Einnahmen 2007

20. November 2008, 11:16
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Nicht weniger als 63 Millionen Dollar kommen dabei von Google - US-Steuerbehörde will daher genauer prüfen - Probleme durch "Chrome" möglich

Die Mozilla Foundation hat ihre Geschäftsbilanz 2007 veröffentlicht. Laut dieser hat Mozilla 72 Millionen Dollar Einnahmen lukrieren können. Auffallend ist, dass 88 Prozent der Gesamteinnahmen oder 63 Millionen Dollar - auf einen Vertrag mit Google zurückgehen. Dies könnte sich in Zukunft als nicht unproblematisch erweisen.

Nachhaltigkeit als oberste Maxime

Die Mozilla-Gruppe feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen und zeigt sich ob der gemeldeten Zahlen gut gewappnet für die Zukunft. So schreibt die Vorstandsvorsitzende der Mozilla Foundation, Mitchell Baker in ihrer Mitteilung auch "über Nachhaltigkeit in unsicheren Zeiten." Der Google-Deal könnte sich für Mozilla aber auch als großer Unsicherheitsfaktor erweisen. Eine Meldung der zentralen US-Steuerbehörde IRS, wonach man den Vertrag zwischen Mozilla und Google genauer unter die Lupe nehmen will, scheint hier nur ein Faktor zu sein. Da aus dem Vertrag mit Google mehr als 63 Millionen Dollar der insgesamt 72 Millionen Dollar Gesamteinnahmen der Moziall Foundation lukriert wurden, will die IRS in diesem Zusammenhang prüfen, ob die Mozilla Stiftung ihren Status als Non-Profit-Organisation und die damit verbundenen Steuervorteile noch verdient.

Das Problem heißt "Chrome"

Abgesehen von der IRS gibt es aber noch ein wesentlich größeres Problem, dass auf die Mozilla Foundation und ihren Webbrowser Firefox zukommen könnte - ein Erfolg von Googles eigenem Browser "Chrome". Im August konnte Baker zwar vermelden, dass der Vertrag mit Google um weitere drei Jahre verlängert werden konnte und bis zum November 2011 gilt. Doch nur einen Monat später hatte Google seinen eigenen Browser "Chrome" veröffentlicht und damit offensichtlich auch viele Mozilla-EntwicklerInnen überrascht.

Konkurrenzdruck

Noch hat sich "Chrome" nicht als großer Erfolg für Google erwiesen, aber der Konkurrenzdruck hat sich erhöht. Sollte "Chrome" auf Kosten des Firefox Marktanteile gewinnen, so könnte dies sehr schnell die Einnahmen der Mozilla Foundation senken. Abhilfe könnte der mobile Browser "Fennec" schaffen, der die Verluste auf dem Desktop wieder ausgleichen könnte. Aber hier ist noch nicht klar, wann die EntwicklerInnen eine fertige Version bereitstellen können. Allerdings sind Mozillas Marktchancen hier auch zunehmend begrenzt: Bei Apple hat Firefox keine Chance, da man für das iPhone keine Zulassung erhält. Google Android wird auch keine Option für Fennec bieten, da Google nur Java-Anwendungen akzeptiert. Als Partner bleibe daher nur Windows - und auch das wird nicht allzu leicht werden.(red)

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    Die Vorstandsvorsitzende der Mozilla Foundation, Mitchell Baker, kann sich über die Einnahmen des vergangenen Jahres freuen.

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