Microsoft und die Angst vor Apple

20. November 2008, 10:20
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Schon vor dem Start von Windows Vista wurden intern Befürchtungen über Vergleiche mit dem Konkurrenzprodukt Mac OS X laut

Der Konkurrenzkampf zwischen Microsoft und Apple beziehungsweise die Vergleiche zwischen den Betriebssystemen Windows Vista und Mac OS X prägen nun schon seit geraumer Zeit die IT-Welt. Wer hat sich an wem orientiert, was kann der Eine vom Anderen lernen und wer ist AnwenderInnen-freundlicher? All diese Vergleiche und Diskussionen sorgen für heftige Wellen in den Fan-Gemeinden - aber auch intern wird darüber eifrig diskutiert.

Angst vor dem Vergleich mit Mac

Im Jahr 2005, also bereits ein Jahr vor der Veröffentlichung von Windows Vista, äußerten Microsoft-MitarbeiterInnen ihre Befürchtungen über Vergleiche mit dem Konkurrenzprodukt Mac OS X von Apple. Die Diskussionen basierten auf einem "Wall Street Journal"-Artikel von Walter Mossberg. In diesem gab der Kolumnist Tipps, welche Rechner sich AnwenderInnen kaufen sollten, wenn sie diesen später auch für Windows Vista nutzen wollen. Eine Aussage im Artikel war: "Jeder Mainstream-Nutzer, der nur die typischen Aufgaben mit dem Rechner erledigt, sollte einen Mac in Erwägung ziehen. Dessen Betriebssystem heißt Tiger, ist besser und sicherer als Windows XP und beinhaltet bereits die meisten Kern-Features von Vista."

"Das müssen wir adressieren"

Den Artikel leitete Padmanand Warrier, ein Entwickler aus der Windows-Abteilung, an Rajesh Srinivasan, Produktmanager der Windows Group, den Development Manager Richard Russell sowie einige andere Schlüsselpersonen beim Softwarekonzern, berichtet WinFuture. "Ein Nutzungserlebnis im Premium-Bereich wird von Walt mit Apple definiert. Das müssen wir adressieren", so Warrier. 

Das Problem mit Premium

Doch genau im Premium-Bereich hatte Microsoft zu diesem Zeitpunkt ein großes Problem. Da die technischen Anforderungen gerade - im Sinne Intels - heruntergeschraubt wurden, konnten auch Rechner, die nicht gerade üppig bestückt waren, mit einem "Vista Capable"-Logo ausgestattet werden. Somit untergrub man seine eigenen Ansprüche und nahm einer großen KundInnenschicht die Premium-Features von Vista. In einer Mail an Warrier verteidigte Russell das Konzept von Vista: "Vista ist so gestaltet, dass es auf einer Vielzahl von Systemen laufe - von der Mindest- bis zur Idealausstattung. Apple tut das nicht. Vista Ready bedeutet, dass ein PC mit Vista gut läuft - es heißt nicht, dass die Nutzer ein Premium-Erlebnis erhalten."

Überlegungen

Wie Russell weiter schreibt, wurde überlegt, dass das Vista Ready-Logo an eine bessere Systemausstattung gebunden sein sollte, dies sei aber aufgrund des Drucks der OEM-KundInnen nicht möglich gewesen.

Jim Allchin hätte sich einen Mac gekauft

Schon Anfang 2004 schrieb der Windows-Verantwortliche Jim Allchin in einem Mail: "Ich würde mir einen Mac kaufen, wenn ich nicht für Microsoft arbeiten würde. Lässt man eine Alternative zu VPC auf einem Mac laufen, so kann man praktisch alle Windows-Applikationen darauf laufen alssen. Apple hat seinen Weg nicht aus den Augen verloren."(red)

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    Schon im Jahr 2004 schrieb Jim Allchin in einer E-Mail - "Ich würde mir einen Mac kaufen, würde ich nicht bei Microsoft arbeiten". Gewisse Parallelen zwischen den Betriebssystemen lassen sich leicht aufzeigen.

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