Vorsicht ist gefährlich

19. November 2008, 19:33
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Die traditionellen Instrumente der Wirtschaftspolitik greifen nicht

Soll Deutschland den Autobauer Opel mit einer Milliardenspritze retten? Soll die EU die gesamte europäische Autoindustrie mit einer noch größeren Milliardenspritze retten? Sollen die Europäer alle bisherigen Regeln über die "Budgetdisziplin" und ihre "Ausgabenpolitik" über Bord werfen und ein gewaltiges, koordiniertes Konjunkturstimulationspaket beschließen (so wie sie ein gewaltiges, koordiniertes Bankenrettungspaket beschlossen haben)? Eine immense Entscheidung.
Um Entscheidungshilfe zu finden, wenden wir uns an den neuen amerikanischen Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Paul Krugman.
Er schreibt in der New York Times, dass - in den USA - gegenwärtig eine depressionsähnliche Lage herrscht; die traditionellen Instrumente der Wirtschafts- und Konjunkturpolitik greifen nicht. In dieser außergewöhnlichen Situation "gelten die üblichen Regeln der Wirtschaftspolitik nicht mehr. Tugend wird zum Laster, Vorsicht ist gefährlich und Besonnenheit ist Verrücktheit" .
Krugman plädiert für ein 600-Milliarden-Dollar-Programm. Die USA sind (noch) schlechter dran als Europa, aber ...(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.11.2008)

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