Gedenktafeln erinnern an Warschauer Ghetto

19. November 2008, 19:22
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Oberbürgermeisterin: "Das Ghetto von Warschau war ein schrecklicher Ort der Isolierung, des Vegetierens und des Todes"

Warschau - In Warschau erinnern künftig 21 Gedenktafeln an die Grenzen des ehemaligen Ghettos, in dem die deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkriegs rund 450.000 Juden einsperrten. Die Stadt Warschau, das Kulturministerium und das Jüdische Historische Institut weihten die Tafeln am Mittwoch ein. "Das Ghetto von Warschau war das größte Ghetto auf polnischem Boden unter der deutschen Besatzung, ein schrecklicher Ort der Isolierung, des Vegetierens und des Todes für ein Drittel der Bevölkerung der Stadt", sagte Warschaus Oberbürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz.

Die Gedenktafeln stehen entlang der ersten Grenzen des Ghettos, das am 16. November 1940 durch eine Mauer von der übrigen Stadt abgeschnitten wurde. Es erstreckte sich über eine Fläche von 307 Hektar, wurde aber in der Folgezeit immer weiter verkleinert. Rund 100.000 Ghetto-Bewohner verhungerten, fast 300.000 wurden im Sommer 1942 in den Gaskammern des Vernichtungslagers Treblinka ermordet. Im April 1943 erhob sich eine Gruppe der übrig gebliebenen Ghetto-Bewohner gegen die Nazis. Diese schlugen den Aufstand nieder und machten das Ghetto dem Erdboden gleich.

Heute sind in Warschau nur noch sehr wenige Spuren des ehemaligen Ghettos zu finden, darunter einige Reste der Mauer, einige Häuser in der Prozna-Straße und die Nozyk-Synagoge. Auf den Gedenktafeln ist jeweils ein Stadtplan Warschaus aus der Vorkriegszeit zu sehen mit den Grenzen des Ghettos von 1940. Ein kurzer Text informiert auf Polnisch und Englisch über die Geschichte. Auf einigen Gehsteigen ist markiert, wo die Ghetto-Mauer verlief. (APA)

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    In Warschau erinnern künftig 21 Gedenktafeln an die Grenzen des ehemaligen Ghettos.

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    Hunderttausende jüdische Ghetto-Bewohner verhungerten und  wurden ermordet.

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