Strafe auf Bewährung

19. November 2008, 18:27
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Im zweiten Prozess um die Korruptionsaffäre bei Siemens sind zwei ehemalige Mitarbeiter zu Bewährungsstrafen verurteilt worden

München - Im zweiten Prozess um die Korruptionsaffäre bei Siemens sind zwei ehemalige Mitarbeiter zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Landgericht München verhängte gegen den Jüngeren der beiden eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und eine Geldstrafe von 12.000 Euro. Der Ältere erhielt eine Bewährungsstrafe von neun Monaten und muss 20.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Beide Angeklagte nahmen den Richterspruch noch im Gerichtssaal an, das Urteil ist damit rechtskräftig.

Die zwei früheren Mitarbeiter der einstigen Kommunikationstechniksparte von Siemens hatten zu Prozessbeginn eingeräumt, an Transfers von Schwarz- und Bestechungsgeldern vor allem in Russland und Nigeria beteiligt gewesen zu sein. Zu den Empfängern gehörten sowohl Politiker und Generaldirektoren als auch Techniker und Buchhalter. Die beiden Angeklagten waren Helfer des bereits verurteilten Siemens-Managers Reinhard Siekaczek.

Bei Siemens sind zwischen 1999 und 2006 rund 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen. Der Konzern hat für den größten Korruptionsskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte bis jetzt Folgekosten und Steuernachzahlungen von insgesamt rund drei Mrd. Euro verbucht.

Der frühere Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer hält sich im Prozess um Millionenzahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB indessen für unschuldig. Seine Verteidiger verlangten am Mittwoch Freispruch für ihren Mandaten, dem Untreue und Steuerhinterziehung zur Last gelegt werden. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.11.2008)

 

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