Betreuung von 300.000 Kindern absetzbar

19. November 2008, 17:33
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Eltern haben bisher 187 Millionen ausgegeben

Wien - Für die Betreuung ihrer Kinder gaben Österreichs Eltern im Jahr 2006 rund 187 Millionen Euro aus, zeigt eine Auflistung der Statistik Austria. Einen Teil davon werden sie ab nächstem Jahr steuerlich absetzen können. SPÖ und ÖVP haben sich darauf verständigt, dass Kosten bis zu 2300 Euro pro Jahr bei der Steuererklärung berücksichtigt werden können. Wie der Standard erfuhr, wird dieser Absetzbetrag aber nur für Kinder bis zu zehn Jahren gelten.
Betroffen wären also die Eltern der rund 280.000 Kinder, die Kindergärten, Horte oder Krippen besuchen. Darüber hinaus gab es im Schuljahr 2006/07 15.940 Kinder, die eine private Volksschule besucht haben. Auch die Kosten dafür könnten abgesetzt werden. Weiter nicht steuerlich absetzbar werden Ausgaben für Nannys oder Au-pair-Mädchen sein. Der Grund:Die Betreuung muss außerhäuslich erfolgen. Da die 2300 Euro nur die Steuerbemessungsgrundlage reduzieren, bringen sie in absoluten Zahlen laut Experten eine Entlastung von 800 bis 1000 Euro.

Nichts von dieser Maßnahme haben Leute, die zu wenig verdienen, um Einkommensteuer zu zahlen, was für Kritik bei Grünen und dem katholischen Familienverband sorgt. Dasselbe gilt für den geplanten Kinderfreibetrag von 220 Euro. Nur die Anhebung des Kinderabsetzbetrags von 50,9 Euro auf 58 Euro bringt allen Familien tatsächlich eine Entlastung.
Darüber hinaus ist im Koalitionspakt geplant, das letzte Kindergartenjahr verpflichtend einzuführen. Gratis wird aber nur der Vormittag sein. Für die Nachmittagsbetreuung reichen die von Rot-Schwarz budgetierten 70 Millionen Euro nicht. (go/DER STANDARD-Printausgabe, 20. November 2008)

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