Solidarität mit Island

19. November 2008, 17:01
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Das von einem Staatsbankrott bedrohte Island erhält von den vier nordischen Länder einen Kredit in Höhe von rund zwei Milliarden Euro

Helsinki/Reykjavík - Das von einem Staatsbankrott bedrohte Island erhält von den vier nordischen Länder einen Kredit in Höhe von rund zwei Milliarden Euro. "Der Zeitplan ist noch offen, aber es ist ziemlich dringend" , bestätigte ein finnischer Regierungsmitarbeiter entsprechende Medienberichte.
Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark wollen mit der Geldspritze die Wirtschaft des Inselstaates stützen, die von der Finanzkrise besonders hart getroffenen worden ist. In der Summe sei auch ein Kredit über 500 Mio. Euro inkludiert, den Norwegen Anfang November als Soforthilfe für Island angekündigt hat.
Island hat bereits beim Internationalen Währungsfonds, bei der EU und in Russland um finanzielle Hilfen gebeten. Russland stellt umgerechnet rund 400 Millionen Euro bereit. Islands Premierminister Geir Haarde schätzt den unmittelbaren Finanzbedarf des Inselstaates auf umgerechnet rund vier Mrd. Euro.

Hilfe für Bürger

Am Montag hatte die Regierung in Reykjavík erklärt, letztendlich könnte die 300.000 Einwohner zählende Insel bis zu 19 Milliarden Euro benötigen, um die Wirtschaft des Landes zu stützen. Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket will die isländische Regierung der Bevölkerung helfen, die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu bewältigen.
So sollen Hausbesitzer die Möglichkeit erhalten, ab Dezember zehn Prozent und ab Jänner bis zu 20 Prozent ihrer monatlichen Kreditraten auszusetzen. Damit soll verhindert werden, dass bei steigender Inflation die Kreditbelastung im Verhältnis zum monatlichen Einkommen zu hoch wird.

Der staatliche Housing Financing Fund kann künftig Wohnungen, für die er Kredite vergeben hat, an die Käufer vermieten, wenn diese ihre Raten nicht mehr zahlen können. In Zahlungsschwierigkeiten geratene Käufer sind dann gezwungen, aus ihrer Wohnung auszuziehen. Zudem soll das Kindergeld nicht mehr alle drei Monate, sondern monatlich ausgezahlt werden. (Reuters, APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.11.2008)

 

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